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Ein wenig Sonne tanken ist mit den richtigen Produkten kein Problem.

Gut geschützt in die Sonne

Jetzt kann der Sommer kommen!

Egal, ob Sie ein Straßencafé besuchen, joggen gehen oder Ihr Kind für den Kindergarten fertig machen – in der warmen Jahreszeit ist ein optimaler Sonnenschutz besonders wichtig. Worauf Sie beim Produktkauf achten sollten und welche Maßnahmen Sie selbst ergreifen können.

UV-A, UV-B, LSF – kleine Einführung in die Wissenschaft der Sonnenstrahlen

Die Sonne sendet nicht nur wohltuende Wärmestrahlung, sondern auch Licht im unsichtbaren, so genannten ultravioletten Bereich aus: die UV-A- und UV-B-Strahlung. Beide sind der Grund für die negativen Erinnerungen an zu langes Sonnenbaden: Kurzfristig entsteht der typische Sonnenbrand mit Rötung und schmerzhaften Bläschen oder bei empfindlichen Menschen eine Sonnenallergie. Langfristig altert die Haut schneller und im schlimmsten Fall entsteht Hautkrebs.

Aber die menschliche Haut baut bei Sonnenkontakt einen Eigenschutz auf. Hautschichten verdicken sich und es bildet sich verstärkt das Pigment Melanin, das Ihnen die Urlaubsbräune verleiht. Sonnenschutzprodukte mit Lichtschutzfaktoren (LSF) unterstützen diesen Eigenschutz. Enthaltene Stoffe schützen als UV-Filter die Haut vor zu viel Sonnenlicht. Der Lichtschutzfaktor ist eigentlich ein UV-B-Schutzfaktor und stellt die wichtigste Angabe auf den Verpackungen dar. Er gibt an, wievielmal länger man sich mit diesem Produkt der Sonne aussetzen kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen, als dies bei der individuellen Eigenschutzzeit möglich wäre. Ob ein Produkt auch vor der UV-A-Strahlung schützt, erkennen Sie an einem zusätzlichen kreisrunden „UVA“-Zeichen.

Tipp: Kennen Sie Ihre Eigenschutzzeit nicht? Haar- und Augenfarbe sowie Ihre Hautfarbe bestimmen die Lichtempfindlichkeit Ihrer Haut. Erkundigen Sie sich in Ihrer Apotheke, ob man Ihnen bei der Bestimmung Ihres Fototyps helfen kann. Dort berät man Sie auch über die zu Ihrem Hauttyp passenden Produkte.

Mit Kombination zum besten Hautschutz

Um ein möglichst breites UV-Spektrum abzudecken, gut verträglich und praktisch in der Handhabung zu sein, enthalten Sonnenschutzmittel meist eine Kombination aus zwei Filterklassen. Diese Produkte verbinden eine hohe Schutzleistung mit einfacher Anwendung und wenig Nachteilen.

Physikalische Filter wie Titandioxid und Zinkoxid lassen UV-Strahlen gar nicht erst in die Haut eindringen, sondern reflektieren sie wie kleine Spiegel. Sie fungieren so als Breitbandfilter und lösen keine Allergien aus. Allerdings bildet sich ein sichtbarer, weißer Film auf der Haut.

Chemische Filter sind mit den Naturstoffen Kampfer, Zimt- und Salizylsäure verwandt und ziehen in die Haut ein. Das Auftragen ist einfach, aber manche Filterstoffe lösen Fotoallergien aus oder stehen im Verdacht, eine hormonähnliche Wirkung zu haben.

Der Zusatz von Antioxidantien schützt zusätzlich vor Schäden am Erbgut durch Radikale, die sich durch UV-Strahlung bilden.

Tipp: Viele Produkte für Kinder enthalten eine große Menge an Titan- oder Zinkoxid. Der „Weißeleffekt“ erlaubt Ihnen, ganz einfach zu überprüfen, ob alle unbedeckten Körperstellen eingecremt sind.

Kinderhaut reagiert besonders empfindlich

Schützen Sie Ihr Baby im ersten Lebensjahr komplett vor direkter Sonneneinstrahlung. Ab dem zweiten Lebensjahr dürfen die Kleinen auch mal für kurze Zeit draußen spielen – aber immer gut geschützt und nie zur Mittagszeit, wo die Sonne am intensivsten strahlt. Mit lichtundurchlässiger Kleidung und dick eingecremt mit einem hohen Lichtschutzfaktor steht einem ungetrübten Spaß im Garten dann nichts mehr im Weg.

Tipp: Es gibt spezielle UV-Schutzkleidung, die auch beim Baden oder nach mehrmaligen Waschen noch zuverlässig gegen UV-Strahlen schützt.

Sonnenschutz immer & überall

Täuschen Sie sich nicht: Auch bei bewölktem Himmel kann die UV-Belastung hoch sein, denn die Strahlen durchdringen auch Wolken. Außerdem steigt die UV-Intensität mit der Höhe über dem Meeresspiegel an.

Hinweis: Je stärker die UV-Strahlung, desto kürzer wird die Eigenschutzzeit Ihrer Haut. Verwenden Sie Produkte mit höherem Lichtschutzfaktor wie üblich, wenn Sie sich in den Bergen befinden oder Ihr Urlaubsland nahe am Äquator liegt.

Damit Ihr Urlaub keine Schattenseiten hat: Tipps für ein besonnenes Verhalten

  • Vermeiden Sie Sonnenbaden zur Mittagszeit; zwischen 11 und 15 Uhr ist die UV-Belastung am stärksten.

  • Sparen Sie nicht an Sonnenschutzmittel. Ein Erwachsener benötigt etwa 3 Esslöffel, die eine halbe Stunde vor Sonnenkontakt aufgetragen werden.

  • Nase, Ohren, Lippen und Dekolleté nicht vergessen. Regelmäßiges Nachcremen erhält den Schutz, auch nach dem Schwimmen und Abtrocknen.

  • Kleidung ist ein effektiver Sonnenschutz, insbesondere weit geschnittene und eher dunkle Textilien schirmen die Haut gut ab.

  • Vergessen Sie Kopfbedeckung und Sonnenbrille nicht. Achten Sie dabei auf Angaben wie „UV 400“, „100 Prozent UV“ oder das CE-Zeichen.

Quelle: Christine Kammer: Sonnenschutz aus der Flasche, PTA heute, Ausgabe 8/2018.

| Von: Simone Lang Bildrechte:Skumer/Shutterstock.com
Schöne Nägel - aber Vorsicht!

Hautkrebs durch Nageldesign?

Experten raten zu Schutzmaßnahmen

Der Lack auf professionell modellierten Fingernägeln wird mit Hilfe von Lampen gehärtet, die ultraviolettes Licht abgeben. Sie stehen im Verdacht, das Hautkrebsrisiko zu erhöhen. Experten empfehlen vorbeugende Maßnahmen.

Zusammenhang zwischen UV-Lampen und Hautkrebs wird diskutiert

Grundsätzlich gilt: UV-A-Strahlung, wie sie auch von den Lampen in Nagelstudios ausgesendet wird, dringt bis in tiefere Hautschichten vor und wird als krebserregend beim Menschen eingestuft. Die Hautschäden nehmen mit der Länge der Einwirkzeit und der Dauer der Bestrahlung zu.

Wissenschaftler sind sich nicht sicher über den Grad der Gefährdung, die von den UV-A-Lampen in Nagelstudios ausgeht; entsprechend einem mathematischen Modell müssten 100.000 Menschen regelmäßig eine UV-Lampe verwenden, damit sich bei einer Person auf dem Handrücken Hautkrebs entwickelt. Nach anderen Untersuchungen reichen bereits 8 Studiobesuche für die Entstehung von Schäden in der Erbsubstanz aus. Die ungleiche Strahlungsverteilung an verschiedenen Hautarealen scheint ebenfalls problematisch.

Lieber auf Nummer sicher gehen

Einig sind sich die Experten: Solange keine eindeutigen Ergebnisse vorliegen, sollte der persönliche Schutz Vorrang haben. Die Leiterin des Krebsinformationsdienstes in Heidelberg Susanne Weg-Remers empfiehlt: „Wer nicht auf modellierte Nägel verzichten will, der sollte beim Besuch im Nagelstudio UV-Schutzmaßnahmen ergreifen, um sein Risiko so gering wie möglich zu halten. Verwenden Sie Sun-Blocker oder Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor. Auch fingerlose Handschuhe stellen einen Schutz dar.“

Quelle: DKFZ

Weiterführende Informationen zu Krebs und Krebsrisiken beim Krebsinformationsdienst.

| Von: Simone Lang Bildrechte:DenisProduction.com/Shutterstock.com
Eine regelmäßige Untersuchung der Brust ist wichtig für die Früherkennung von Brustkrebs.

Krebstherapie ohne Folgen fürs Herz

Entwarnung für Brustkrebspatientinnen

Eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zeigt, dass nach einer Strahlen- oder Chemotherapie langfristig keine Schäden am Herzen auftreten. Die medizinische Betreuung der Brustkrebspatientinnen vermeidet Spätfolgen.

Kein erhöhtes Risiko für einen Herztod

Die Diagnose Brustkrebs trifft jedes Jahr in Deutschland etwa 70.000 Frauen und ist weltweit die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Die verbesserte Früherkennung und vielfältige Therapien haben das Risiko, an Brustkrebs zu sterben, erheblich gesenkt. „Allerdings deuten einige klinische Studien darauf hin, dass sowohl Chemotherapie als auch Strahlentherapie mit dem Risiko einhergehen, in Folge der Behandlung eine Herzerkrankung zu erleiden“, sagt Hermann Brenner vom DKFZ.

In einer groß angelegten Studie konnte Brenner diese Sorge nun zerstreuen: Sein Team wertete die Daten von fast 350.000 Brustkrebspatientinnen aus amerikanischen Krebsregistern aus. In den Jahren 2000 bis 2011 erkrankten die Frauen an Brustkrebs und wurden mit Strahlen- oder Chemotherapie behandelt. Als Vergleichsgruppe diente die weibliche Durchschnittsbevölkerung. Das Ergebnis war eindeutig und galt für Chemotherapie wie auch Bestrahlungen: Nach einer Brustkrebsbehandlung ist es nicht wahrscheinlicher, an einer Herzerkrankung zu sterben, als für die durchschnittliche weibliche Bevölkerung.

Gutes Risikomanagement und intensive Nachsorge

Als möglichen Grund führen die Experten die engmaschige Beobachtung der Patientinnen durch spezielle kardioonkologische Einheiten an den Kliniken an. Das individuelle Risiko für eine Herzerkrankung wird bei der Therapieauswahl berücksichtigt und häufige Kontrollen während der Behandlung lassen schädigende Nebenwirkungen auf das Herz frühzeitig erkennen.

„Das Ergebnis unserer Studie werten wir als sehr positiv für die Behandlung von Brustkrebs“, fasst Brenner zusammen. „Insbesondere ist es aber eine sehr gute Nachricht für die große Zahl der betroffenen Patientinnen, dass sie sich bei einer guten medizinischen Betreuung und nach überstandener Brustkrebserkrankung nicht mehr Sorgen bezüglich tödlicher Herzerkrankungen machen müssen, als Frauen gleichen Alters ohne Brustkrebs.“

Quelle: DKFZ

| Von: Simone Lang Bildrechte:otnaydur/Shutterstock.com
Die Folgen von Knochenbrüchen im höheren Alter sind vielfältig.

Osteoporose kann jeden treffen

Kaum Medikamente verordnet

Experten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) bemängeln: Obwohl ausreichend Wirkstoffe zur Verfügung stehen, werden Risikopatienten für Osteoporose kaum medikamentös behandelt – selbst, wenn sie bereits mehrfach Knochenbrüche erlitten haben.

Knochenschwund betrifft Frauen und Männer

In Deutschland leben etwa sechs Millionen Menschen, die wegen einer bestehenden Osteoporose ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche (Frakturen) aufweisen. Osteoporose, auch häufig als „Knochenschwund“ bezeichnet, bedeutet, dass Dichte und Stabilität der Knochen abnehmen und infolgedessen die Gefahr eines Knochenbruchs steigt. Professor Heide Siggelkow warnt vor den tiefgreifenden Folgen einer Fraktur: „Die eingeschränkte Mobilität führt zum Beispiel nach einem Oberschenkelhalsbruch häufig zu einer Einweisung ins Pflegeheim und zwanzig Prozent der Menschen mit einem Oberschenkelhalsbruch sterben direkt oder indirekt daran.“ Osteoporose ist schon lange keine reine Frauenkrankheit mehr, obwohl drei Viertel aller Osteoporose-Patienten Frauen jenseits der Wechseljahre sind.

Jeder kann etwas tun: Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und weitgehender Verzicht auf Alkohol und Nikotin gehören zu den vorbeugenden Maßnahmen gegen Osteoporose. Laut Siggelkow sind außerdem ein ausgeglichener Vitamin D- und Kalziumhaushalt für die Knochengesundheit wichtig.

Verschreibung knochenerhaltender Medikamente mangelhaft

„Es ist wichtig, […] die Patienten zu identifizieren, die ein deutlich erhöhtes Bruchrisiko haben, und sie dann vorsorglich medikamentös zu behandeln“, erklärt Siggelkow. „Leider werden in Deutschland viel zu wenige Menschen mit Osteoporose – selbst nach mehrfachen Brüchen – medikamentös behandelt.“

Dabei stehen verschiedene Präparate zur Verfügung. Man unterscheidet zum einen Medikamente, deren Wirkstoffe die Aktivität der knochenabbauenden Zellen hemmen, und zum anderen knochenaufbauende Medikamente. Zwei neue Wirkstoffe senken stärker als die bisher zugelassenen Präparate die Anzahl der Knochenbrüche: Abaloparatid und Romosozumab. Beide stehen kurz vor der Zulassung und erweitern laut Siggelkow das verfügbare Therapiespektrum.

Quelle: DGE

| Von: Simone Lang Bildrechte:Photographee.eu/Shutterstock.com
Jungen Frauen steht ein kostenloser Test auf eine Chlamydien-Infektion zur Verfügung.

Chlamydien: Unterschätzte Gefahr

Test für junge Frauen kostenlos

Insbesondere bei Frauen kann eine Chlamydien-Infektion unbehandelt zu dauerhaften Schäden bis hin zur Unfruchtbarkeit führen. Die gesetzlichen Krankenkassen bieten jungen Frauen einen jährlichen Chlamydien-Test an.

Chlamydien-Infektion – weder selten noch harmlos

Schätzungen des Robert Koch-Instituts zufolge stecken sich jedes Jahr etwa 300.000 Frauen neu mit Chlamydien an. Infektionen mit dem Bakterium Chlamydia trachomatis gehören damit weltweit zu den häufigsten sexuell übertragenen Erkrankungen. Die Übertragung des Bakteriums erfolgt bei direktem Schleimhautkontakt, also bei ungeschütztem Sex.

Viele der infizierten Männer und Frauen bemerken die Infektion nicht und die Erkrankung bleibt unbehandelt. Chronische Entzündungen und Vernarbungen der Gebärmutter und der Eileiter sind möglich und führen dazu, dass betroffene Frauen auf natürlichem Weg nicht mehr schwanger werden können.

Screeningtest besonders für junge, sexuell aktive Frauen wichtig

Seit einigen Jahren steht gesetzlich versicherten Frauen unter 25 Jahren ein kostenloser Screeningtest zur Verfügung, da diese Personengruppe einem besonders hohen Risiko für eine Chlamydien-Infektion unterliegt. Eine akute Infektion ist mit Antibiotika gut behandelbar. Allerdings müssen im Fall einer Ansteckung die Sexualpartner der letzten zwei Monate mitbehandelt werden, um eine Wiederansteckung auszuschließen.

Quelle: Berufsverband der Frauenärzte e. V.

| Von: Simone Lang Bildrechte:Rock and Wasp/Shutterstock.com
Die richtige Dosierung und die sichere Aufbewahrung von Arzneimitteln ist in Haushalten mit Kindern besonders wichtig.

Paracetamol-Vergiftung bei Kindern

Giftnotruf bietet Hilfe

Eine Überdosierung des Wirkstoffs Paracetamol kann bei Kindern zu schweren Leberschäden führen. Bei Verdacht auf eine Vergiftung muss schnell und besonnen gehandelt werden.

Unbedingt altersgerechte Dosierung bei Paracetamol beachten!

Jedes Arzneimittel kann bei Kindern eine Vergiftung auslösen. Besonders stark unterschätzt wird die Gefährdung durch den Wirkstoff Paracetamol, der rezeptfrei in Form verschiedener Präparate gegen Schmerzen und Fieber in Apotheken abgegeben wird. Eine Überdosierung kann lebensbedrohliche Folgen haben und zu einem tödlichen Leberversagen führen. Besonders schwierig dabei für Eltern: Beim Kind zeigen sich nur unspezifische Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Bei Verdacht auf eine Vergiftung mit Paracetamol muss das Kind sofort in ein Krankenhaus gebracht werden.

Hilfe für den Notfall: der Giftnotruf

Die Art der Beschwerden bei einer Vergiftung hängen von der Substanz ab. Oberstes Gebot ist Ruhe bewahren und das Kind nicht zum Erbrechen bringen. Am besten rufen Eltern direkt den Giftnotruf an, wenn der Verdacht auf eine Vergiftung besteht. Hier erhalten sie telefonisch Empfehlungen, denen die Eltern unbedingt Folge leisten sollten.

Eine Übersicht über die Telefonnummern der regionalen Giftnotrufzentralen:

Baden-Württemberg: 0761 19240

Bayern: 089 19240

Berlin, Brandenburg: 030 19240

Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen: 0551 19240

Hessen, Rheinland-Pfalz: 06131 19240

Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen: 0361 730730

Nordrhein-Westfalen: 0228 19240

Saarland: 06841 19240

In lebensbedrohlichen Situationen kann alternativ der Rettungsnotruf 112 gewählt werden. Wichtig ist, dem Arzt die verdächtige Substanz bzw. Pflanzenteile oder die Verpackung zu übergeben. Auf keinen Fall darf der kleine Patient allein gelassen werden. Die Eltern müssen Atmung und Puls überwachen und verhindern, dass Erbrochenes eingeatmet wird.

Worauf Haushalte mit Kindern achten sollten

Das Befolgen einiger einfacher Regeln hilft, dass Kinder gefährliche Stoffe wie Medikamente, Chemikalien und Putzmittel gar nicht erst in die Hände bekommen:

  • Putzmittel und Arzneimittel immer außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • Medikamente gehören in eine abschließbare Hausapotheke und auch im Krankheitsfall nie offen auf den Tisch.
  • Giftige Stoffe dürfen nie in Getränkeflaschen oder Lebensmittelbehältern gelagert werden. Es besteht Verwechslungsgefahr.
  • Offen herumliegende Handtaschen mit Parfüm oder Zigaretten sind vor der Entdeckerfreude der Kleinen nicht sicher – niemals unbeaufsichtigt lassen!
  • Die Nummer des örtlichen Giftnotrufs gehört gut sichtbar an die Kühlschranktür.

Quelle: Landesapothekerkammer Hessen

Weiterführende Informationen und Materialien zum Thema Vergiftungen vom Bundesamt für Risikobewertung.

| Von: Simone Lang Bildrechte:Ternavskaia Olga Alibec/Shutterstock.com
Der Apotheker vor Ort gibt Tipps und Ratschläge für die Zusammenstellung einer individuellen Hausapotheke.

Hausapotheke: Fit für den Sommer

Richtige Zusammenstellung wichtig

Mindestens einmal pro Jahr steht eine gründliche Überprüfung der Hausapotheke an. Welches Arzneimittel wird nicht mehr benötigt? Gibt es abgelaufene Präparate? Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) gibt Tipps für die Sommermonate.

Apotheker helfen bei Überprüfung und Entsorgung

„Ist das Verfallsdatum eines Medikaments überschritten, darf es nicht mehr angewendet werden. Das gilt auch, wenn das Medikament äußerlich einwandfrei erscheint“, betont Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer. „Unbrauchbare oder nicht mehr benötigte Arzneimittel können Verbraucher in aller Regel über den Hausmüll entsorgen.“ Auf keinen Fall dürfen Medikamente über die Toilette entsorgt werden, denn das gefährdet das Grundwasser.

Einige Apotheken bieten ihren Kunden einen Check der Hausapotheke an und übernehmen auch die Entsorgung von überalterten Medikamentenresten. Kunden sollten sich in ihrer Apotheke vor Ort erkundigen.

Checkliste: Was gehört in die Hausapotheke?

Die Zusammenstellung einer Hausapotheke hängt ganz von den individuellen Lebensumständen ab. Ein älterer Mensch mit chronischen Erkrankungen benötigt andere Medikamente wie eine junge Mutter mit Schulkindern. Der Apotheker hilft bei der Auswahl der passenden Präparate.

Eine Hausapotheke für Erwachsene umfasst:

  • Medikamente gegen Schmerzen und Fieber
  • Medikamente gegen Allergien
  • Medikamente gegen Insektenstiche, Sonnenbrand oder Juckreiz
  • Medikamente gegen Erkrankungen der Mundschleimhaut und Lippenherpes
  • Medikamente gegen Verdauungsbeschwerden
  • Medikamente gegen Verstopfungen und Durchfall
  • Medikamente gegen Sportverletzungen
  • Augentropfen gegen trockene Augen
  • Desinfektionsmittel
  • Wund- und Heilsalbe
  • Kühlkompressen
  • Fieberthermometer
  • individuelle Medikamente
  • ausreichend Verbandmaterial mit Mullbinden, Pflastern, Schere und Handschuhen
  • Verzeichnis wichtiger Rufnummern von Hausarzt, Giftnotruf und nächstgelegenem Krankenhaus

Gehören zum Haushalt außerdem Säuglinge, Klein- oder Schulkinder, muss die Hausapotheke mit speziellen Präparaten ergänzt werden. Auch hier gibt die Apotheke den Kunden Empfehlungen.

Quelle: ABDA

Weiterführende Informationen mit einer Checkliste für die Hausapotheke stellt die ABDA zur Verfügung.

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Ein kleiner Picks schützt manchmal lebenslang vor einer schweren Erkrankung.

Viel Impfen schadet Kindern nicht

Immunsystem nicht überfordert

Eine Studie aus den USA bestätigt: Viele Impfungen in der frühen Kindheit ergeben kein erhöhtes Risiko, später an nicht-präventablen Infektionen zu erkranken.

Kinder gleich oft von Infektionen betroffen – geimpft oder nicht
Die Arbeitsgruppe um Jason Glanz vom Institut für Gesundheitsforschung eines amerikanischen Versicherungsunternehmens in Denver wertete Daten von 2 bis knapp 4 Jahre alten Kindern aus dem Register für Impfstoffsicherheit aus. Die Forscher verglichen die Anzahl von Infektionen, denen man durch eine Impfung nicht vorbeugen kann, zwischen viel geimpften Kindern und einer Kontrollgruppe mit nicht oder wenig geimpften Kindern.

In der Testgruppe befanden sich Kinder, die stationär oder in einer Notfallambulanz wegen Infektionen der Atemwege, Magen-Darm-Beschwerden oder anderen bakteriellen oder viralen Infektionen behandelt wurden. Diesen Kindern stellten die Forscher Kinder gegenüber, die in Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen vergleichbar waren und die keine Krankenhausbehandlung wegen nicht-präventabler Infektionen durchliefen.

Argument von Impfgegnern entkräftet

Die Wissenschaftler bestimmten für beide Gruppen die Antigenmenge, die Kinder bis zum 23. Lebensmonat durch Impfungen erhielten. Sie stellten keinen signifikanten Unterschied zwischen dem Wert der Testgruppe (240,6) und dem der Kontrollgruppe (242,9) fest. Es gab demzufolge kein erhöhtes Risiko für ein Kind, durch eine vorherige Impfung an einer nicht-präventabler Infektion zu erkranken. Der häufigen Behauptung von Impfskeptikern, dass viele Impfungen im Säuglingsalter das Immunsystem schwächen und zu mehr nicht-präventablen Infektionen führen, wird mit diesen Studienergebnissen die Grundlage entzogen.

Quelle: Ärztezeitung

Weiterführende Informationen und Materialien zum Impfen vom Robert Koch-Institut.

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Multiple Sklerose ist häufig mit Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühl und Schmerzen verbunden.

Neues MS-Medikament von Vorteil

Krankheit deutlich verlangsamt

Seit Februar dieses Jahres ist mit dem Antikörper Ocrelizumab ein neues Arzneimittel für Erwachsene mit Multipler Sklerose (MS) auf dem europäischen Markt zugelassen. Für die Patienten steht jetzt eine weitere Therapieoption offen.

Entzündungen haben Schlüsselrolle bei MS

Multiple Sklerose ist eine chronische Erkrankung des Nervensystems. Es bilden sich in der Isolationsschicht der Nervenzellen zunehmend Entzündungsherde, welche die Weiterleitung von Impulsen stören und zu Bewegungsschwierigkeiten und motorischen Ausfällen führen. In Deutschland sind mehr als 200.000 Menschen von MS betroffen. Die Krankheit kann entweder in abgrenzbaren Schüben verlaufen (schubförmig-remittierend), wobei sich die Beschwerden größtenteils wieder zurückbilden oder eine langsame Zunahme der neuronalen Funktionsstörungen zeigen (primär fortschreitend). Der Antikörper Ocrelizumab (Handelsname Ocrevus®) interagiert mit dem Immunsystem des Körpers und wirkt durch Hemmung spezieller Zellen (B-Lymphozyten), die für die Entstehung von Entzündungsherden verantwortlich sind.

Immuntherapie für verschiedene Patientengruppen

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nahm eine Auswertung von verschiedenen Patientengruppen mit MS nach Behandlung mit der neu entwickelten Antikörpertherapie vor und kam insgesamt zu einer positiven Bewertung.

Für Erwachsene unter 40 Jahren mit schubförmig-remittierender MS sehen die Wissenschaftler einen beträchtlichen Zusatznutzen der neuen Immuntherapie. Bei Patienten über 40 Jahren gab es Hinweise für einen geringen Zusatznutzen. Für Patienten mit primär fortschreitender MS gab es bislang keine zugelassene Behandlungsmöglichkeit. Hier sehen die Untersucher Hinweise auf einen geringen Nutzen. „Der humane monoklonale Antikörper gegen B-Lymphozyten ist das erste Medikament, das überhaupt eine Wirkung bei primär progredientem Verlauf der MS zeigt“, kommentiert Professor Ralf Gold, Direktor der Neurologischen Klinik der Universität Bochum, die Studiendaten.

Quelle: IQWiG

| Von: Simone Lang Bildrechte:Minerva Studio/Shutterstock.com
Für die meisten Kinder ein toller Ort zum Spielen und Entdecken - die Badewanne.

Neurodermitis: Badeöle wirkungslos

Hohe Kosten nicht gerechtfertigt

In einer britischen Studie hat sich die Verwendung von ölhaltigen Badezusätzen bei Kindern mit atopischer Dermatitis (Neurodermitis) als wirkungslos erwiesen. Die hohen Kosten für das Gesundheitswesen sehen die Forscher als nicht gerechtfertigt an.

Die atopische Dermatitis ist die häufigste Hauterkrankung im Kindesalter. Betroffene leiden unter trockener Haut und quälendem Juckreiz. Eine Maßnahme, den Feuchtigkeitsverlust der Haut auszugleichen, ist die Verwendung von ölhaltigen Zusätzen im Badewasser. Belege für die Wirksamkeit dieser Badezusätze gibt es bisher nicht.

An der aktuellen Untersuchung zur Effektivität von ölhaltigen Badezusätzen nahmen fast 500 Mädchen und Jungen im Alter von 1 bis 11 Jahren aus Großbritannien teil, die sich aufgrund ihrer Neurodermitis zur Behandlung in Allgemeinpraxen befanden. Der einen Gruppe verschrieben die Hausärzte für ein Jahr Badezusätze, wobei die Eltern freie Wahl zwischen drei bekannten Präparaten mit unterschiedlichen Konzentrationen von Paraffin- oder Sojaöl hatten. Der zweiten Gruppe rieten die Ärzte von Badeölen grundsätzlich ab. Beiden Gruppen war es erlaubt, rückfettende Cremes, spezielle Seifen und Kortikoid-haltige Produkte bei Bedarf zu verwenden.

Ölhaltige Badezusätze ohne Nutzen für Kinder mit Neurodermitis

Nach 16 Wochen beurteilten die Eltern die Hautveränderungen in einem krankheitsspezifischen Fragebogen. Er bewertete 7 Krankheitsaspekte mit je 0 bis 4 Punkten. Eine Punktzahl von 0 bis 7 stand für eine milde Neurodermitis, bei 8 bis 16 lag eine mäßig starke und bei 17 bis 28 eine starke Neurodermitis vor.

Die Kontrollgruppe lag vor Studienbeginn bei 10,1, die Badeöl-Gruppe bei 9,5. Nach 16 Wochen war der Wert auf 8,4 bzw. 7,5 gefallen. Nach der statistischen Auswertung beider Gruppen ermittelte Studienleiterin Miriam Santer von der Universität Southampton keinen Vorteil für die Anwender von Badeölen. Auch bei der Zahl der Ausschläge, der Lebensqualität und Verordnungsmenge anderer Präparate gab es keinen Unterschied.

Hohe Kosten, keine Wirkung

Alle Ergebnisse der Studie blieben unter der vorher festgesetzten Schwelle einer klinischen Relevanz von 3 Punkten. Santers Fazit zur Verwendung von Badeölen fällt daher negativ aus. Außerdem kommen zu den hohen Behandlungskosten zusätzliche Ärgernisse wie rutschige Fliesen und ölige Handtücher.

Quelle: Ärzteblatt

| Von: Simone Lang Bildrechte:FamVeld/Shutterstock.com
Mehr Freude am Sommer durch den richtigen Mückenschutz.

Mückenschutz aus der Apotheke

Keine Chance für Blutsauger!

Ob im Urlaub an einem schwedischen See oder im heimischen Garten – mit dem Sommer beginnt wieder die Zeit, in der uns Mücken den Spaß am Grillabend verderben. Angekündigt durch ihr hohes Surren haben wir noch Tage nach dem Kontakt eine Erinnerung an sie: juckende Stiche. Was Sie zur Vorbeugung tun können und welche Mückenschutzmittel Sie in der Apotheke erhalten.

Ganz nach Ihren Wünschen: Verschiedene Anwendungsformen

Zubereitungen, die auf die Haut aufgetragen werden, um Insektenstiche zu verhindern, werden Repellents genannt. Sie können wählen, ob Sie lieber ein Spray, eine Lotion, Roll-Ons, ein Gel oder Anti-Mücken-Tücher verwenden. Beim Kauf sollten Sie prüfen, ob Sie den Geruch des Präparates als angenehm empfinden. Außerdem haben Sie die Wahl zwischen Präparaten mit zusätzlich pflegenden Inhaltsstoffen (zum Beispiel Autan® Family Care Pumpspray, Anti Brumm® After Sun, Ballistol® Stichfrei oder Soventol® protect) und Repellents, die auf Haut und Kleidung aufgetragen werden können, zum Beispiel Anti Brumm® Classic oder alle mosquito®-Präparate.

Hinweis: Sprays sind oft empfindlich gegenüber hohen Temperaturen oder Druckschwankungen. Denken Sie bei Flugreisen und bei Urlauben in warmen Ländern daran!

Voraussetzung für optimale Wirkung: lückenloses Auftragen

Repellents müssen Sie auf die gesamte unbedeckte Haut entsprechend den Herstellerangaben auftragen. Aber Achtung: Augen, Nase und Mund unbedingt aussparen! Und nach einem ausgiebigen Sonnenbad oder einer Abkühlung im Meer das erneute Auftragen nicht vergessen!

Hinweis: Sie dürfen keinen Mückenschutz auf offene Wunden oder auf Hautbereiche mit Sonnenbrand auftragen.

Sonnenbaden mit Mückenschutz – geht das?

Möchten Sie sich gleichzeitig gegen die lästigen Insekten und gegen zu viel Sonne schützen, tragen Sie zuerst den Sonnenschutz auf und warten Sie etwa eine halbe Stunde, bevor Sie den Mückenschutz verwenden. Oder wählen Sie gleich ein Kombinationspräparat aus Mücken- und Sonnenschutz wie zum Beispiel Anti Brumm® Sun mit Lichtschutzfaktor 25 oder 50.

Hinweis: Manche Wirkstoffe in Mückenschutzmitteln schwächen den Schutz gegen die schädliche UV-Strahlung ab. Lassen Sie sich von Ihrem Apotheker beraten.

Bei Kindern besonders achtsam sein

Mückenschutzpräparate mit dem Wirkstoff DEET sind für Kinder unter drei Jahren, stillende Mütter und Schwangere problematisch, da er allergische Reaktionen auslösen kann und die Augen und Schleimhäute reizt. Auch bei älteren Kinder sollte das großflächige Auftragen vermieden werden. Sie sollten bei Kleinkindern auf Präparate mit den Wirkstoffen Icaridin, IR3535 oder PMD ausweichen. Eine genaue Empfehlung gibt Ihnen Ihre Apotheke!

Tipp: Bei Kindern sollte immer ein Erwachsener den Mückenschutz auftragen. Bei kleinen Kindern sparen Sie am besten die Hände der Kleinen aus, damit das Insektenmittel nicht in den Mund gelangt.

Was Sie zusätzlich tun können, damit die Mücken keinen Stich machen:

  • Tragen Sie helle, lockere Kleidung, die möglichst viel Haut bedeckt.

  • Imprägnieren Sie Ihre Kleidung.

  • Achten Sie auf die Hosen- und Ärmelöffnungen und stecken Sie bei Wanderungen die Hosenbeine in die Socken hinein. Auch breites Klebeband hilft Ihnen, Übergänge abzudichten.

  • Wechseln Sie verschwitzte Kleidung und Socken regelmäßig, um Mücken gar nicht erst anzulocken.

  • Gehen Sie auf Erkundungstour durch Ihren Garten: Wo verstecken sich kleine Pfützen, die den Mücken als Brutplätze dienen? Entfernen Sie stehendes Wasser aus Blumentöpfen, Regentonnen und Vogeltränken.

Quelle: Dr. Sabine Werner: Für einen Sommer ohne Stiche, Deutsche Apotheker Zeitung, Ausgabe 21/2017, Mai 2017.

| Von: Simone Lang Bildrechte:Bignai/Shutterstock.com
Ein normales Gewicht senkt das Krebsrisiko.

Krebs durch Fett im Essen

Körpereigene Abwehr behindert

Japanische Forscher fanden Hinweise auf die Frage, warum adipöse Menschen häufiger an Krebs erkranken als normalgewichtige. Sie stellten die Krebsabwehr mit dem bekannten Wirkstoff ASS auch wieder her.

Frühere Untersuchungen lieferten Hinweise, dass bei übergewichtigen Menschen das Risiko, an Krebs zu erkranken, erhöht ist. Besonders deutlich waren die Ergebnisse für die Entwicklung von Brustkrebs und Karzinomen im Magen-Darm-Trakt. Karzinome entwickeln sich aus der oberen Zellschicht von Geweben, die Hohlräume und Drüsen im Körper auskleiden. Die Zellen eines solchen Gewebeverbands stehen in einem ständigen Wettbewerb und halten im Normalfall engen Kontakt miteinander. Zellen, die sich durch eine Mutation verändern und in Krebszellen verwandeln, werden aus dem Zellverband ausgestoßen.

Geschwächte Abwehr von Krebszellen in gemästeten Mäusen

In seinen Experimenten untersuchte der japanische Zellbiologe Yasuyuki Fujita von der Universität Hokkaido in Sapporo die Auswirkungen von fettreicher Ernährung auf dieses Abstoßen von veränderten Tumorzellen durch das Körpergewebe. Er löste bei Mäusen durch ein Medikament Krebsmutationen aus und beobachtete bei normal genährten Tieren eine fast vollständige Vernichtung der veränderten Zellen. Bei der Tiergruppe, die mit fettreicher Nahrung gemästet worden war, zeigte sich eine abgeschwächte Abwehr der Krebszellen durch das umliegende Gewebe. Mögliche Ursachen sieht Fujita entweder in einer Störung des Fettstoffwechsels oder in chronischen Entzündungen, die eine Folge von Adipositas sein können.

Wirkstoff ASS stellt Krebsabwehr wieder her

Die Krebsabwehr ließ sich im Experiment wiederherstellen, als die Forscher den Wirkstoff ASS (Azetylsalizylsäure) der Nahrung der fetten Mäuse beimischten. Dieses Ergebnis bestätigt klinische Studien, in denen ASS die Bildung von Polypen im Darm verhinderte. Polypen gelten als Vorläufer von Darmkrebs.

Quelle: Ärzteblatt

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Die Anopheles-Mücke ist die Überträgerin des Malariaerregers.

Malaria: neuer Impfstoff getestet

Erste klinische Studie erfolgreich

Zusammen mit einem Biotechnologie-Unternehmen erprobten Experten der Universität Heidelberg einen neu entwickelten Impfstoff gegen die schwerste Form der Malaria (Malaria tropica) an gesunden Freiwilligen.

Impfstoff-Kandidat sicher, verträglich und Auslöser einer Immunantwort

Grundlage für die Impfstoffentwicklung war ein Eiweiß von der Oberfläche des Malariaerregers, der nach einer Infektion im Blut zu finden ist. In der klinischen Studie der Phase Ia bekamen 32 gesunde Probanden je drei Impfungen in unterschiedlicher Dosierung im Abstand von 28 Tagen. Es folgte eine Beobachtungsphase über 4 Wochen. Weder der behandelnde Arzt noch die Teilnehmer wussten, ob in der Impfung der Wirkstoff oder eine wirkstofffreie Kontrollsubstanz (Placebo) enthalten war.

Die Auswertung der klinischen Daten ergab, dass der Impfstoff-Kandidat für die Testpersonen gut verträglich war und niemand über schwere Nebenwirkungen klagte. Alle mit Wirkstoffdosis geimpften Probanden bildeten Antikörper gegen das Oberflächeneiweiß des Erregers und diese Antikörper töteten im anschließenden Laborversuch die Blutstadien des Malariaeinzellers ab. „Die positive und starke Impfantwort […] und die ausgezeichnete Verträglichkeit haben uns sehr beeindruckt“, fasst der Studienleiter Prof. Walter Haefeli von der Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie des Universitätsklinikums Heidelberg zusammen.

Malaria – Krankheit mit medizinischen, sozialen und ökonomischen Auswirkungen

Etwa 40 Prozent der Weltbevölkerung leben nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Ländern mit Malariarisiko. Im Jahr 2016 registrierte die WHO fast 500.000 Todesfälle, die meisten davon bei Kindern unter 5 Jahren. Direkte Folge der Malariaerkrankung sind Armut und Flucht aus den betroffenen Regionen. „Die Erstanwendung unseres Malaria-Impfstoffs am Menschen ist der bisherige Höhepunkt einer mehr als 25-jährigen Forschungs- und Entwicklungstätigkeit“, erläutert Prof. Hermann Bujard vom Unternehmen Sumaya Biotech, der mit seiner Arbeitsgruppe den Impfstoff entwickelte. „Wir […] sehen jetzt die Voraussetzungen für weiterführende klinische Studien gegeben. Insbesondere möchten wir die Verträglichkeit und Wirksamkeit des Impfstoffes in Tansania, einem afrikanischen Land mit hoher Malaria-Verbreitung, testen.“

Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg

Weiterführende Informationen zur Malaria-Erkrankung in englischer Sprache bietet die WHO.

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Bei fast jedem wurde sie schon einmal gemacht: die Blutdruckmessung beim Arzt.

Blutdruck: Einzelmessung ungenau

24-Stundenmessung kann Leben retten

Einzelne Messungen des Blutdrucks sind ein unzuverlässiges Instrument, die Diagnose Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) zu stellen. Dies belegt jetzt eine Auswertung von über 60.000 Patientendaten.

24-Stunden-Blutdruckmessung sagt Sterberisiko voraus

In einer rückblickenden statistischen Auswertung der Jahre 2004 bis 2014 verglich die Arbeitsgruppe um José Ramon Banegas von der Autonomen Universität Madrid die Daten von fast 64.000 Patienten, bei denen eine Langzeit-Blutdruckmessung erfolgte, mit dem Sterberegister des Landes. Nach dem festgelegten Beobachtungszeitraum von 4,7 Jahren waren fast 1.300 Personen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen verstorben.

Das Fazit der Wissenschaftler: Eine 24-Stunden-Blutdruckmessung sagte den Tod deutlich besser voraus als einzelne Blutdruckmessungen beim Arzt. Registrierte die Langzeitmessung einen erhöhten systolischen Blutdruck, erhöhte sich das Sterberisiko um 58 Prozent. Nach Einzelmessungen stieg es nur um 2 Prozent. Am deutlichsten stieg das Sterberisiko bei Patienten mit einer maskierten, also versteckten Hypertonie an. Einzelmessungen ergaben bei diesen Patienten normale Blutdruckwerte, aber die Langzeitmessung entlarvte die zeitweisen Blutdruckanstiege.

Registrierte die Langzeit-Blutdruckmessung erhöhte nächtliche Werte wie auch einen erhöhten Blutdruck am Tag, korrelierte dies ebenfalls mit einem gesteigerten Risiko zu versterben. Dagegen lieferte eine Einzelmessung des Blutdrucks keine zusätzliche Information, wenn bei den Patienten bereits eine Langzeitmessung durchgeführt worden war.

Großer Nutzen für das Erkennen eines Bluthochdrucks

Nach Meinung der Forscher sprechen die Ergebnisse klar dafür, die 24-Stunden-Blutdruckmessung zu einer Regeluntersuchung bei der Diagnose der arteriellen Hypertonie zu machen. Auch sind die Geräte für eine Langzeitblutdruckmessung heute sehr klein und anwenderfreundlich gestaltet, wodurch sie den Träger in seinem Alltag kaum einschränken.

Quelle: Ärzteblatt

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Lecker, aber besser nur in Maßen - Zucker.

Dünne verwerten Zucker besser

Gehirn von Dicken schlecht versorgt

Die Energieversorgung des Gehirns unterscheidet sich bei schlanken und übergewichtigen Menschen. Zu diesem Schluss kamen Lübecker Forscher. Sie wiesen auf Übereinstimmungen mit dem erniedrigten Energielevel im Gehirn psychisch Kranker hin.

Glukosetransport scheint gestört

An der Untersuchung beteiligten sich 17 normalgewichtige und 13 adipöse Testpersonen. Sie erhielten intravenös eine Zuckerlösung mit einer Anfangskonzentration von 7 Millimol pro Liter und später mit 10 Millimol pro Liter. Im Anschluss werteten die Wissenschaftler den Energiezustand des Gehirns aus. Dazu ermittelten sie mit Hilfe der Magnetresonanz-Spektroskopie die entstandenen Mengen an Adenosintriphosphat und Phosphokreatin im Gehirn. Beide Moleküle fungieren als Energiespeicher und entstehen bei der Verstoffwechslung von Glukose, auch als Traubenzucker bekannt.

Im Gegensatz zu den Übergewichtigen stieg der Energiegehalt der Gehirne Normalgewichtiger nach der Zuckergabe im Experiment direkt an. Erst als die Teilnehmer die Lösung mit mehr Zucker erhielten, zeigte sich bei den adipösen Personen eine mäßige Erhöhung der energiereichen Verbindungen. „Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass bei Übergewichtigen eine Störung der Energiegewinnung im Gehirn vorliegt“, fasst die Erstautorin der Publikation Ewelina Wardzinski von der Universität Lübeck zusammen. „Möglicherweise erklärt diese Störung den chronisch reduzierten zerebralen Energiestatus bei den Betroffenen und auch, warum Übergewichtige oft kein Sättigungsgefühl spüren“ mutmaßt die Neurobiologin.

Parallelen zu psychischen Erkrankungen

Gründe für den gestörten Glukosestoffwechsel im Gehirn von Übergewichtigen sehen die Forscher in einer veränderten Blut-Hirn-Schranke oder einer abweichenden Energiegewinnung in den Mitochondrien – den so genannten Kraftwerken der Zelle. Da andere Untersuchungen bereits einen erniedrigten Hirnenergiespiegel bei psychischen Erkrankungen beschrieben, könnte bei der Behandlung von Übergewicht eine diätbegleitende Verhaltenstherapie von zusätzlichem Nutzen sein.
Quelle: Ärztezeitung

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Sportliche Aktivität steigert nicht nur das Wohlbefinden, auch viele Herz-Kreislaufwerte verbessern sich.

Ausdauersport verjüngt

Positiver Effekt auf Alter der Zellen

Ausdauertraining ist nicht nur gut für die Herzgesundheit, sondern verjüngt auch die Körperzellen, wie eine Studie der Medizinischen Hochschule Hannover zeigt.

Herz, Kreislauf und Wohlbefinden verbessert

An der Untersuchung nahmen knapp 300 Frauen im Alter von 45 bis 65 Jahren teil. Alle waren Nichtraucherinnen und übten eine vorwiegend sitzende Tätigkeit aus. Die Frauen der Sportgruppe erhielten ein individuell abgestimmtes Ausdauersportprogramm über 6 Monate. Am Studienende bestimmten die Forscher neben der maximalen Sauerstoffaufnahme, der Elastizität der Gefäße und dem diastolischen Blutdruck auch Veränderungen in der Telomerlänge. Als Telomere bezeichnet man die an den Enden der menschlichen Chromosomen liegenden Abschnitte der genetischen Erbinformation. Je länger die Telomere sind, desto jünger ist das biologische Alter der Zellen. Die Ergebnisse verglichen die Forscher mit denen einer sportlich nicht aktiven Kontrollgruppe.

Sportliche Frauen brauchen mehr Training

Die Werte der Sportgruppe verbesserten sich deutlich in Bezug auf Herzgesundheit, Pulswellengeschwindigkeit, Arbeitsfähigkeit und allgemeines Wohlbefinden. „In Bezug auf eine Zellverjüngung haben vor allem Frauen mit einer schlechten körperlichen Fitness vom moderaten Ausdauertraining profitiert“, fasst Dominik Berliner von der Klinik für Kardiologie und Angiologie der Medizinischen Hochschule Hannover zusammen. „Es zeigte sich […] eine signifikante Zunahme der Telomerlänge in der Sportgruppe, während in der Kontrollgruppe keine relevante Änderung nachweisbar war. Für eine Zellverjüngung bei Frauen mit besserer Ausgangsfitness ist möglicherweise ein intensiveres Ausdauertraining notwendig.“

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie

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Forscher untersuchten Immunzellen und ihren Einfluss auf die Arterienverkalkung.

Schlaganfall durch Gefäßverkalkung

Entzündung sorgt für weitere Infarkte

Nach einem ersten Schlaganfall ist das Risiko für nachfolgende Schlaganfälle erhöht. Als Ursache identifizieren Münchener Forscher Entzündungen als Folge einer Gefäßverkalkung.

Arterienverkalkung erhöht Risiko für nachfolgende Schlaganfälle

Ein Schlaganfall beschreibt den plötzlichen Ausfall von Gehirnfunktionen durch eine Unterbrechung der Blutzufuhr und ist in Deutschland die dritthäufigste Todesursache. Die Rückfallquote (Rezidive) nach einem erstmals erlittenen Schlaganfall ist bei den betroffenen Patienten über Jahre erhöht. Besonders eine Arterienverkalkung (Atherosklerose) in großen Blutgefäßen steht in Zusammenhang mit Rezidiven.

Bei der Atherosklerose entzünden sich die Gefäßwände und es bilden sich mit der Zeit an diesen Stellen Kalkablagerungen, so genannte Plaques. Diese atherosklerotischen Plaques führen zu Rissen oder Blockaden in den Gefäßen und verursachen Infarkte, beispielsweise im Gehirn.

Moleküle aus sterbenden Hirnzellen: Alarmine

Die Arbeitsgruppe um Arthur Liesz vom Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung am Klinikum der Universität München zeigte einen Zusammenhang zwischen einer beschleunigten Arterienverkalkung und der Freisetzung von speziellen Molekülen, die von sterbenden Zellen des Gehirns ins Blut abgegeben werden. Diese Stoffe bezeichnet man als Alarmine. Sie aktivieren Zellen des Immunsystems – die Monozyten –, die bis dahin im Knochenmark schlummerten. Durch die Abgabe von Lockstoffen rufen die Monozyten weitere Abwehrzellen an die Orte der Entzündung, die atherosklerotischen Plaques. Die Einwanderung der Immunzellen in die Plaques verschlimmert die Arterienverkalkung weiter. Die Forscher hemmten die aktivierten Immunzellen oder die Alarminausschüttung mit Hilfe von Medikamenten und verringerten im Experiment die Einwanderung der Entzündungszellen in die Plaques.

Für die Zukunft besteht die Hoffnung, dass eine solche Blockade auch bei Schlaganfall-Patienten angewendet und die Rückfallquote für Infarkte geringer wird.

Quelle: Berufsverband Deutscher Internisten e. V.

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Passt das Schlafverhalten nicht zum Arbeitsalltag droht Müdigkeit.

Morgenmenschen leben gesünder

Weniger Krankheiten und längeres Leben

Eine britische Studie bringt es an den Tag: Frühaufsteher leiden seltener an Diabetes, Depressionen und Magen-Darm-Beschwerden – und sie leben länger als Abendmenschen.

Lerche oder Nachteule?

Mehr als 400.000 britische Männer und Frauen im Alter von 38 bis 78 Jahren nahmen an einer Langzeitstudie zum Schlaf-Wach-Rhythmus teil und gaben Auskunft über ihren Chronotyp: Hielten sie sich für einen Morgen- oder eher einen Abendmenschen (so genannte Nachteule) oder rangierten sie irgendwo dazwischen? Nach 6,5 Jahren verstarben von den ausgeprägten Nachteulen 10 Prozent mehr als von der Gruppe der eindeutigen Frühaufsteher, auch Lerchen genannt  – unabhängig vom Geschlecht. Dieses Ergebnis wurde noch deutlicher in der Gruppe der älteren Teilnehmer über 50 Jahren.

Mögliche Ursachen fanden die Forscher einige: Übereinstimmend mit älteren Studien ergab sich, dass Abendmenschen sich weniger gesund ernähren und mehr Koffein, Nikotin und Alkohol konsumieren als Morgenmenschen. Der späte Chronotyp leidet häufiger an Diabetes, neurologischen und Magen-Darm-Erkrankungen und neigt eher zu Depressionen als Frühaufsteher.

Leben gegen die innere Uhr

Kristen Knutson von der Northwestern Universität in Chicago und der Chronobiologe Malcolm von Schantz von der Universität Surrey sind überzeugt, dass vor allem das Ungleichgewicht zwischen der inneren Uhr und den von außen auferlegten Tagesrhythmen den Nachteulen gesundheitlich zu schaffen macht. Dies beeinflusse den Glukosestoffwechsel und die Ausprägung der Gene. Weiterhin setzen sich Abendmenschen länger künstlichem Licht aus, was Einfluss auf Melatonin- und Insulinproduktion haben kann.

Hilfreich für den zum Teil erblich bedingten späten Chronotyp sind möglicherweise regelmäßige Schlafenszeiten und viel Tageslicht, was die Autoren noch austesten wollen. Beide fordern jetzt bereits eine Anpassung des sozialen Umfelds an unterschiedliche Bedürfnisse, beispielsweise über flexiblere Arbeitszeiten.

Quelle: Spektrum

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Gesunde Füße sind schöne Füße.

Fußpflege leicht gemacht

(K)eine Frage der Kosmetik!

Obwohl uns die Füße während des Lebens mehrmals um die Erde tragen, erhalten sie nicht immer die nötige Aufmerksamkeit. Erst, wenn sie sich schmerzhaft bemerkbar machen, denken wir an ihre Pflege. Wie Sie den typischen Beschwerden mit Cremes, Pflastern und Instrumenten begegnen können und wann der Fachmann ins Spiel kommt.

Sie haben viele Möglichkeiten – nutzen Sie sie!

Gönnen Sie Ihren Füßen regelmäßig ein pflegendes Fußbad mit speziellen Salzen. Nach dem Waschen sollten Sie Ihre Füße gründlich untersuchen: Sehen Sie Rötungen oder sind die Füße angeschwollen? Müssen Sie kleine Wunden oder Risse behandeln?

Cremen Sie die trockenen Füße mit reichhaltigen Fußcremes ein, die Harnstoff enthalten, zum Beispiel Eubos® trockene Haut Urea 10% Fußcreme und sebamed® trockene Haut Fuss-Creme Urea Akut 10%. So beugen Sie Druckstellen vor und halten die Haut geschmeidig. Und ganz nebenbei lassen Sie Ihren Füßen eine wohltuende Massage zukommen. Neigen Sie zu Fußschweiß, sollten Ihre Socken für Kochwäsche geeignet sein. Spezielle Fußpuder, die Sie morgens zwischen den Zehen auftragen, bringen Sie luftig durch den Tag (zum Beispiel Gehwol® Fußpuder, Odaban® Fuß- und Schuhpuder).

Tipp: Viele Fußbäder enthalten Zusätze mit schweißhemmender oder antibakterieller Wirkung. Erkundigen Sie sich in Ihrer Apotheke.

Hornhaut – ein erstes Warnsignal

Haben Sie auf der Fußsohle oder an den Fußseiten Bereiche mit Hornhaut? Dann liegt das wahrscheinlich an unbequemen oder zu kleinem Schuhwerk. Meist verschwinden die Schwielen nach Beseitigung der Ursache von selbst. Einer zu starken Hornhaut beugen Sie mit speziellen Hornhautfeilen, -hobeln oder durch Schmirgeln mit Bimsstein vor.

Hinweis: Hornhautfeilen werden trocken angewendet. Für das Schmirgeln müssen Sie die Haut in einem Fußbad vorher aufweichen. Hornhauthobel setzt man auf nasser und trockener Haut ein. Aber aufgepasst: Für Diabetiker und Menschen mit Durchblutungsstörungen sind Schmirgeln und Hobeln nicht geeignet, weil die Haut leicht verletzt wird. Hier bieten Cremes mit kleinen Partikeln eine gute Alternative, zum Beispiel DermaSel® Totes Meer Fußpflege Peeling und Hansaplast® Foot Expert Anti-Hornhaut 2 in 1 Peeling.

Hühneraugen: oft klein aber schmerzhaft

Oft sitzen Hühneraugen zwischen oder unter den Zehen und verursachen besonders beim Laufen Schmerzen. Ihnen stehen zur Selbstbehandlung verschiedene Pflaster (zum Beispiel Compeed® Hühneraugen Pflaster, Gehwol® Hühneraugenpflaster mit Salicylsäure) und Lösungen (zum Beispiel Clabin® N Lösung, Verrucid® Lösung) zur Verfügung.

Hinweis: Achten Sie darauf, dass die Pflaster nicht verrutschen, sonst führt dies zu Verätzungen der gesunden Haut. Wenn Sie eine Lösung auftragen, schützen Sie die umliegende Haut mit Vaseline. Decken Sie die Stelle mit einem Pflaster ab und versuchen Sie nach ein paar Tagen, das Hühnerauge nach einem Fußbad herauszuheben.

Bei schwierigen Fällen ist der Fachmann gefragt

Sitzt ein Hühnerauge an einer schwer erreichbaren Stelle, entfernt es am besten ein Spezialist für Fußgesundheit, ein so genannter Podologe, unter hygienischen Bedingungen mit einem Skalpell oder einer speziellen Fräse.

Tipp: Für die Schmerzlinderung bis zu Ihrem Termin beim Podologen empfehlen sich Schutzringe für die Druckstellen, beispielsweise Gehwol® Hühneraugenschutzpolster Ring und Hansaplast® Hühneraugen-Druckschutzringe.

Manchmal berufsbedingt: Risse und Schrunden

Risse im Bereich der Ferse sind Eintrittspforten für Bakterien und Pilze. Leiden Sie unter so genannten trockenen Rhagaden aufgrund einer Durchblutungsstörung oder Diabetes, holen Sie sich Hilfe beim Podologen. Feuchte Rhagaden treten häufig nach dem Tragen von Gummistiefeln oder Sicherheitsschuhen auf oder bei Menschen, die in Schwimmbädern arbeiten.

Tipp: Achten Sie auf trockene Füße und möglichst luftdurchlässiges Schuhwerk.

Eingewachsene Zehennägel: Der richtige Nagelschnitt beugt vor

Benutzen Sie zum Schneiden der Fußnägel am besten eine Nagelzange oder einen Nagelklipper. Dabei wird der Fußnagel im Gegensatz zu den Fingern nicht halb rund, sondern bündig mit den Zehenkuppen geschnitten.

Hinweis: Ist der Zeh bereits entzündet, muss ein Podologe konsultiert werden, der mit Hilfe einer Spange den Nagelwuchs nach außen korrigiert.

Spezielle Pflege für Diabetiker

Zuckerkranke besitzen ein höheres Verletzungsrisiko und eine geschwächte Immunabwehr. Durchblutungsstörungen führen dazu, dass Druckstellen oft zu spät bemerkt werden. Daher sollten Diabetiker mit einem Handspiegel ihre Füße auf Schwellungen und Rötungen absuchen und Nägel nur mit einer Feile kürzen.

Tipp: Fußbäder nicht zu lange und zu heiß machen, damit keine Keime durch die aufgeweichte Haut eindringen.

Quelle: Sarah Katzemich: Mehr als Kosmetik, Deutsche Apotheker Zeitung, Seite 28, Ausgabe 12/2018 vom 22.03.2018.

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Rezepte gehören in die Apotheke vor Ort.

Video zum Rx-Versandverbot

Für Apotheken zählt jedes Rezept!

Die Bundesregierung plant ein Verbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel, das sogenannte Rx-Versandverbot. Vor- und Nachteile werden heiß diskutiert.

Versand-Handel boomt – auch bei rezeptpflichtigen Medikamenten. Fleißig werden Preise verglichen. Und beim günstigsten Anbieter gekauft. Wer zahlt schon freiwillig mehr als er muss.

Der Wettbewerb im Internet ist hart und nur niedrige Preise sichern den Zuschlag. Das Rennen macht oft ein ausländischer Arzneimittelversender. Denn diese haben den deutschen Anbietern etwas Entscheidendes voraus: Sie müssen sich nicht an die in Deutschland geltende Arzneimittelpreisbindung halten (Urteil des Europäischen Gerichtshofs, Oktober 2016). Ausländische Arzneimittelversender können Rabatte und Boni gewähren, um die Kosten für ein rezeptpflichtiges Medikament zu drücken. Deutsche Vor-Ort- und Versandapotheken hingegen dürfen ihre Preise nicht senken. Deshalb haben sie im Preiskampf keine Chance.

Das Rx-Versandverbot soll wieder einen fairen Wettbewerb ermöglichen. Wie dies gelingt, zeigt ein Erklärungsvideo des Deutschen Apotheker Verlags:

Zum Hintergrund: Apothekenhonorare in Deutschland

Die deutsche Arzneimittelpreisverordnung stellt sicher, dass jeder Patient in jeder Apotheke der Bundesrepublik für das gleiche Arzneimittel den gleichen Preis bezahlt. Der Patient zahlt die gesetzliche Zuzahlung – in den meisten Fällen maximal 10 Euro. Den Rest des Arzneimittelpreises übernimmt die Krankenkasse. Der Apotheker erhält für jedes rezeptpflichtige Arzneimittel, das er herausgibt, ein nahezu identisches Honorar – unabhängig davon, wie viel das Medikament kostet und mit welchem Aufwand die Versorgung verbunden ist. Dies unterbindet eine Bevorzugung oder Benachteiligung einzelner Patienten. Die Beratung und darüber hinausgehende Leistungen orientieren sich also an den Bedürfnissen der Patienten und nicht daran, wie viel die Apotheke am jeweiligen Patient verdient.

Keine Rezepte – keine Leistungen

Mit dem festen Honorar für jedes rezeptpflichtige Arzneimittel werden zusätzlich Leistungen quersubventioniert, die nicht extra oder nur eingeschränkt bezahlt werden – etwa Nacht- und Notdienste, Wechselwirkungs-Checks, Botendienste oder die Herstellung von Rezepturen. All diese Leistungen werden letztlich durch Rezepte finanziert.

Was passiert nun, wenn immer mehr Patienten ihre Rezepte bei ausländischen Arzneimittelversendern einlösen? Die Apotheken verlieren Honorare. Sie können Zusatzleistungen wie Beratungsgespräche, Botendienste oder Rezepturen nicht mehr finanzieren. Einige Apotheken geraten an die Grenze ihrer Wirtschaftlichkeit – oder darüber hinaus. Denn ohne Rezepte können viele ortsansässigen Apotheken in Deutschland nicht überleben. Und ohne die Apotheke vor Ort gibt es keine Hilfe vor Ort.

Deshalb gilt für Patienten: Für die Sicherung ihrer örtlichen Gesundheitsversorgung zählt jedes Rezept!

| Von: Sandra Göbel Bildrechte:Deutscher Apotheker Verlag