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Manche Menschen leiden mehrmals pro Monat unter Migräneattacken. Das stellt eine große Belastung im Arbeitsalltag dar.

Migräne adé!

Hilfe bei Migräneattacken

Gelegentlich oder mehrfach im Monat scheint in Ihrem Kopf ein Presslufthammer zu dröhnen? Die Schmerzen in der Schläfe und hinter den Augen sind kaum auszuhalten? Wahrscheinlich leiden Sie dann wie etwa jede 5. Frau und jeder 10. Mann unter Migräne. Wie Sie schwere Kopfschmerzanfälle medikamentös behandeln und welche vorbeugenden Maßnahmen es gibt.

Anders als gewöhnlicher Kopfschmerz

Migräne unterscheidet sich von den üblichen Kopfschmerzen, die fast jeder Mensch ab und zu hat. Ein Migräneanfall setzt ganz plötzlich ein und ist mit pochenden, pulsierenden Schmerzen auf meist nur einer Seite des Kopfes verbunden. Teilweise lösen Geräusche, Licht oder bestimmte Gerüche bei Ihnen Schwindel, Übelkeit und eventuell Erbrechen aus. Eine Migräneattacke kann nach 4 Stunden vorbei sein oder 3 Tage andauern.

Hinweis: Manche Betroffene berichten kurz vor einem eigentlichen Migräneanfall von Lichtblitzen, andere nehmen ihre Umgebung verschwommen oder verwackelt wahr. Dazu können Sprachstörungen oder Lähmungen kommen. Mediziner bezeichnen diese Erscheinungen als Aura. Aber keine Angst: Eine Aura klingt innerhalb weniger Stunden folgenlos wieder ab.

Beugen Sie Migräne vor

Oft wird sie unterschätzt – die Möglichkeit, einer Migräneattacke vorzubeugen. Zuerst finden Sie heraus, welche Faktoren bei Ihnen verantwortlich für einen Migräneanfall sind. Dieser Schritt kann einige Zeit in Anspruch nehmen, dafür ist es Ihnen später möglich, genau diese Auslöser zu meiden. Typische auslösende Faktoren für Migräne sind Stress, Schlafmangel, Alkohol, Rauchen, bestimmte Nahrungsmittel wie Rotwein, bestimmte Wetterlagen oder bei Frauen hormonelle Schwankungen. Vermeiden Sie am besten eine Reizüberflutung durch elektronische Medien und achten Sie darauf, ausreichend zu trinken und sich ausgewogen zu ernähren.

Tipp: Eine große Hilfe, die persönlichen Migräneauslöser zu identifizieren, stellen Migräne-Tagebücher dar. Auf den Seiten des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen finden Sie ein Migräne-Tagebuch zum Ausdrucken und weitere Informationen zur Erkrankung.

Erste Hilfe mit ASS oder Ibuprofen

Als Mittel der Wahl empfehlen Experten bei leichten bis mittelschweren Migräneschmerzen Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen für die Selbstmedikation. Brausetabletten sind von Vorteil, weil sie den Wirkstoff besonders schnell freisetzen. Vielleicht haben Sie bereits gute Erfahrungen mit einem Kombinationspräparat aus Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein (zum Beispiel Thomapyrin®, Neuralgin®, Spalt® plus Coffein N) gemacht.
Hinweis: Nehmen Sie auf keinen Fall mehr Tabletten ein, als Apotheker oder Arzt Ihnen raten! Eine Überdosierung kann Kopfschmerzen erst entstehen lassen. Laut internationalen Richtlinien liegt die Grenze für Einzelpräparate bei höchstens 15 Einnahmetagen pro Monat, für Kombinationspräparate bei 10.

Wenn nichts mehr hilft: Triptane

Reichen die herkömmlichen Arzneimittel für die Behandlung Ihrer Migräne nicht aus oder dürfen sie bei Ihnen nicht verwendet werden, steht die Wirkstoffklasse der Triptane zur Verfügung. Triptane verändern den Gefäßdurchmesser und verringern die Schmerzentstehung und -weiterleitung.
In Deutschland existieren zwei frei verkäufliche Triptane, zum einen der Wirkstoff Almotriptan (zum Beispiel Almotriptan Heumann bei Migräne 12,5 mg Filmtabletten, Dolortriptan® bei Migräne Film¬tabletten), zum anderen Naratriptan (zum Beispiel Formigran®, NaraDex® 2,5 mg Filmtabletten, Naratriptan - 1A Pharma® bei Migräne 2,5 mg Filmtabletten, Naratriptan AL akut 2,5 mg Filmtabletten). Ihr Apotheker berät Sie, welcher Wirkstoff für Sie in Frage kommt und was Sie bei triptanhaltigen Medikamenten beachten sollten.

Hinweis: Triptane unterliegen nur bei Patienten zwischen 18 und 65 Jahren nicht mehr der Verschreibungspflicht. Bei Kindern und älteren Menschen unbedingt den Arzt konsultieren.

In schweren Fällen notwendig: Medikamente zur Vorbeugung

Fallen Sie regelmäßig bei der Arbeit aus, leiden Sie öfter als dreimal pro Monat unter einer Migräneattacke oder spricht die Migräne nicht auf die Akutbehandlung an, wird Ihr Arzt Sie auf die Möglichkeit einer medikamentösen Prophylaxe (Vorbeugung) ansprechen. Hierfür werden beispielsweise Betablocker, Antiepileptika oder Antidepressiva eingesetzt. Es wird mit niedrigen Dosierungen begonnen und etwa 2 Monate nach Erreichen der höchsten Dosis kann beurteilt werden, ob die Migräneprophylaxe erfolgreich war. Eine wirksame Vorbeugung verringert die Zahl der Kopfschmerztage um die Hälfte.

Tipp: Magnesiumpräparate bieten eine frei verkäufliche Alternative in der Migräneprophylaxe. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Apotheker nach der optimalen Dosierung und nach Kombinationspräparaten mit Vitamin B2 und Coenzym Q10.

Sport, Entspannung und Medizin: Die Mischung macht´s

Experten empfehlen zur Vorbeugung von Migräneanfällen ausdrücklich die Kombination von Medikamenten und nichtmedikamentösen Maßnahmen. Es kann Ihnen helfen, wenn Sie regelmäßig Ausdauersport wie Radfahren, Joggen oder Schwimmen betreiben oder Entspannungstechniken wie die progressive Muskelentspannung erlernen. Auch Akupunktur und ein Training zur Stressbewältigung setzen die Anfälligkeit für Migräneattacken herab und reichen oft nach einigen Monaten allein zur weiteren Vorbeugung aus.

Tipp: Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, ob Sie ausgewählte Sportkurse und alternative Methoden finanziell erstattet bekommen.

Quelle: Dr. Sabine Werner, Schmerzfrei! Deutsche Apotheker Zeitung Nr. 28, S. 44 vom 12.07.2018.

| Von: Simone Lang Bildrechte:Roman Samborskyi/Shutterstock.com
Ekzem: Rezeptfreie Mittel aus der Apotheke helfen.

Ekzem: Rasche Selbsthilfe

Ekzem rezeptfrei behandeln

Ekzem bezeichnet eine nicht-infektiöse Hautentzündung, die jucken oder nässen kann. Leichte Formen lassen sich gut mit rezeptfreien Mitteln behandeln. Das Wichtigste über die Selbstmedikation bei einem Ekzem. 

Der Begriff Ekzem umfasst alle nicht-infektiösen Entzündungen der Haut. Je nach Stadium und Ursache kann die Haut jucken, nässen oder Bläschen bilden. Mediziner unterscheiden zwei Ekzemformen: endogene und exogene Ekzeme. Endogene Ekzeme gehen auf innere Einflüsse zurück, vor allem auf genetische Faktoren. Das häufigste endogene Ekzem ist die Neurodermitis, im Fachjargon atopisches Ekzem genannt. Zu den exogenen Ekzemen zählen alle Hautentzündungen, die auf äußere Einflüsse zurückzuführen sind, zum Beispiel Allergien (allergisches Kontaktekzem), chemische Stoffe (toxisches Kontaktekzem), Hitze und Kälte oder UV-B-Strahlung.

Ekzem ist nicht gleich Ekzem

Die Behandlung eines Ekzems hängt unter anderem vom Stadium der Erkrankung, dem Hauttyp und der Ursache der Entzündung ab. Folgende Fragen können Ihnen helfen, die Ursache des Ekzems zu ermitteln. Diese Fragen können auch als Grundlage für das Beratungsgespräch in der Apotheke dienen:

  • Wann trat das Ekzem auf? Lagen zum Zeitpunkt des Auftretens besondere Bedingungen vor, z.B. starker Sonneneinfluss, Kontakt mit Putzmitteln, etc.?
  • Traten vergleichbare Hautentzündungen bereits früher bei Ihnen auf? Wann? Was half damals?
  • Welche Körperstellen sind betroffen?
  • Wie äußert sich das Ekzem? Ist die entzündete Stelle trocken oder nässt sie?
  • Besteht Juckreiz?
  • Bestehen Schmerzen?
  • Leiden Verwandte von Ihnen an einer genetischen Hautkrankheit?
  • Sind Allergien bekannt?

Ekzem: Hilfe zur Selbsthilfe

Wenn Sie ein rezeptfreies Mittel für die Selbstbehandlung suchen, sollten Sie ihrem Apotheker möglichst genau die Ekzementwicklung beschreiben. Auch exakte Auskünfte über bestehende Allergien, die betroffenen Körperstellen  sowie den zeitlichen Verlauf der Entzündung helfen dem Apotheker, Ihnen das geeignete Mittel zu empfehlen. Bestehen großflächige Ekzeme mit massivem Juckreiz oder hat sich das Ekzem infiziert, kommt die Selbstmedikation nicht in Frage. Suchen Sie in diesem Fall einen Arzt auf!

Ekzem behandeln: Creme oder Salbe?

Salben haben eine fettige Grundlage, Cremes dagegen einen viel höheren Wasseranteil. Die Grundregel für eine erfolgreiche Behandlung lautet: feucht auf feucht, fett auf trocken. Bei einem nässenden Ekzem helfen deshalb vor allem feuchte Umschläge aus kühlem Wasser oder Cremes mit hohem Wasseranteil. Trockene, schuppige Ekzeme benötigen dagegen eher eine fettreiche Salbe. Ihr Apotheker berät Sie hinsichtlich des für Sie geeigneten Mittels!

Rezeptfreies Kortison bei Ekzem

Für eine schnelle, symptomatische Behandlung eines mäßig starken, akuten Entzündungsschubes eignen sich niedrigdosierte Kortisonpräparate, die sogenannten Topischen Glucocorticoide. Cremes und Sprays mit den Wirkstoffen Hydrocortison und Hydrocortisonacetat sind bis zu einer Konzentration von 0,5 Prozent rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Bei Kindern unter sechs Jahren dürfen diese Präparate allerdings nur nach ärztlicher Verordnung zum Einsatz kommen.
Anfangs können Sie die Glucocorticoide zweimal täglich in einer dünnen Schicht auf die betroffenen Hautstellen auftragen. Klingt die Entzündung ab, genügt eine Anwendung pro Tag. Präparate mit einer 0,25-prozentiger Wirkstoffkonzentration sollten Sie nicht länger als vier Wochen anwenden, Mittel mit 0,5-prozentiger Konzentration maximal zwei Wochen. Achten Sie darauf, das Mittel möglichst dünn und kleinflächig aufzutragen. Wenden Sie Glucocorticoide nicht am oder im Auge an.

Ekzem mit Juckreiz: Urea und Baumwollkleidung

Gegen akuten Juckreiz helfen kühlende Umschläge. Fett- oder ureahaltige Produkte mildern den Juckreiz, wenn dieser durch trockene Haut verursacht wird. Urea (Harnstoff) ist auch in zahlreichen Pflegeprodukten für den täglichen Gebrauch enthalten. Es verbessert die Fähigkeit der Haut, Wasser zu binden und wirkt dadurch trockener Haut entgegen. Darüber hinaus gibt es in der Apotheke spezielle juckreizlindernde Substanzen.

Auch wenn es schwer fällt: Kratzen Sie die juckenden Stellen nicht. Beim Kratzen kommt es zu kleinen Verletzungen der hauteigenen Schutzschicht und es drohen Infektionen. Halten Sie Ihre Fingernägel möglichst kurz, um Verletzungen zu vermeiden, falls der Juckreiz doch einmal die Überhand gewinnt. Ferner sollten Sie keine scheuernde Kleidung tragen. Baumwolle reizt die Haut weniger als Synthetik oder Wolle.

Ekzemen vorbeugen: Hautpflege abstimmen

Um Rückfällen vorzubeugen, verwenden Sie am besten eine auf Ihren Hauttyp abgestimmte Hautpflege. Viele Pflegeserien aus der Apotheke sind speziell auf die Bedürfnisse erkrankter Haut abgestimmt.

| Von: Sandra Göbel Bildrechte:noppawan09/Shutterstock.com
Cannabis enthält die Wirkstoffe THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol).

Cannabis als Medikament sicher

Freizeitgebrauch birgt hohes Risiko

Cannabis wird in der Medizin zur Therapie schwerkranker Menschen eingesetzt. Doch Experten warnen vor dem falschen Rückschluss, dass die Droge deshalb harmlos sei oder gar gesundheitsfördernde Wirkung habe.

Behandlung von Schwerkranken mit Cannabis

Cannabis ist vor allem eine Option bei Schmerzen oder Bewegungsstörungen, wenn die Behandlung mit anderen Medikamenten nicht wirksam war, und soll die Lebensqualität der Betroffenen verbessern. Der Psychiater Prof. Andreas Heinz ergänzt: „Neben neuropathischen und spastischen Schmerzen können Cannabis-Medikamente auch bei Appetitlosigkeit, Abmagerung und Schlafstörungen eingesetzt werden – sofern Standardtherapien ausgeschöpft sind.“

Freizeitgebrauch von Cannabis birgt Risiken

Der Freizeitgebrauch von Cannabis ist illegal. Cannabis hat das Potenzial, abhängig zu machen und es drohen psychische Folgeerkrankungen: Kinder und Jugendliche, die regelmäßig Cannabis konsumieren, erkranken sechs- bis siebenmal häufiger an Angststörungen, Depressionen oder Psychosen als Gleichaltrige ohne Drogenkonsum. Darüber hinaus beeinträchtigt Cannabis die kognitive und soziale Entwicklung der jungen Erwachsenen. Besonders risikoreich ist Cannabis auch während der Schwangerschaft: Die Droge hemmt die Gehirnentwicklung, das Längenwachstum und das Gewicht des Ungeborenen. Darüber hinaus erhöht sie das Risiko von Komplikationen währen der Geburt.

In Deutschland konsumieren etwa 4,5 Prozent der Erwachsenen Cannabis innerhalb eines Jahres. Bei etwa 4 Prozent der jungen Erwachsenen handelt es sich um regelmäßigen Konsum. Jeder 10. Konsument der Droge entwickelt eine Abhängigkeit und in Deutschland ist Cannabis der häufigste Grund für eine erste Drogentherapie.

Im Unterschied zum Freizeitgebrauch werden in der medizinischen Therapie ausschließlich Fertigarzneimittel sowie medizinische Cannabisblüten oder -extrakte in gesicherter Qualität eingesetzt. Heinz betont: „In Apotheken erhältliche, vom Arzt verschriebene Arzneimittel sind eindeutig identifizierbar und werden über ihren THC (Tetrahydrocannabinol)- und Cannabidiol-Gehalt definiert. Produkte, die auf dem Schwarzmarkt erworben werden, sind hingegen mit großen Unsicherheiten für den Konsumenten behaftet, weil Wirkstoffkonzentrationen völlig unklar sind und auch […] andere Zusatzstoffe beigemischt sein können.“ Cannabis wird zudem im Freizeitgebrauch häufig geraucht, wovon Experten in der medizinischen Anwendung explizit abraten: Durch Verbrennungsprodukte oder Tabakbeimischungen ist das gesundheitliche Risiko zusätzlich erhöht.

Quellen:

| Von: Miriam Knauer Bildrechte:Miss Nuchwara Tongri/Shutterstock.com
Augentropfen können Wechselwirkungen mit oral, also durch den Mund, eingenommenen Medikamenten hervorrufen.

Riskante Wechselwirkung bei Asthma

Betablocker-Tropfen + Asthma-Mittel

Die geläufigsten Augentropfen zur Behandlung des Grünen Star zählen zu den sogenannten Betablockern. Werden zusätzlich Asthma-Mittel über den Mund eingenommen, ist das Risiko von Wechselwirkungen besonders hoch.

Betablocker gelangen direkt in die Blutbahn

Rund 20 Prozent der angewendeten Betablocker-Tropfen wird über die Bindehaut und die äußere Augenhaut aufgenommen. Die anderen 80 Prozent gelangen durch den Nasen-Rachenraum und über die Schleimhaut direkt in den Blutkreislauf – vergleichbar mit einer langsamen intravenösen Gabe. Dadurch drohen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Ein besonders hohes Risiko besteht bei Betablocker-Tropfen und oral eingenommenen Asthma-Mitteln. Die Apotheke vor Ort kann Unsicherheiten nehmen und Patienten zu möglichen Wechselwirkungen beraten. Die Apothekerkammer Niedersachen empfiehlt: Patienten sollten Rücksprache mit dem Arzt halten, wenn sie

  • unter der Therapie häufiger unter einer Muskelverkrampfung rund um die Atemwege (Bronchospasmen) leiden
  • oder eine Verschlechterung ihres Asthmas feststellen
  • oder ein Arzneimittel neu verordnet bekommen.

Soll ein erhöhter Augeninnendruck behandelt werden, ist es wichtig, dass Betroffene unbedingt den Augenarzt von einem bestehenden Asthma und der medikamentösen Therapie informieren. Er wird dann nach sorgfältiger Risiko-Nutzen-Abwägung entschieden, welche Augentropfen er verschreibt. In der Regel wird der Arzt die Behandlung mit einer niedrigen Wirkstoffkonzentration starten und die Dosis langsam steigern.

Trick für die Anwendung von Betablocker-Augentropfen

Ist die Gabe eines Betablockers notwendig, können Patienten die Aufnahme über die Schleimhäute durch einen Trick bei der Anwendung verringern. Die Apothekerkammer Niedersachsen rät dazu, durch leichten Druck auf den nasalen Augenwinkel über einen Zeitraum von ein bis drei Minuten die Tränenkanälchen zu verschließen. Damit wird das Abfließen in den Nasenrachenraum und damit die Aufnahme des Wirkstoffs über die Schleimhaut vermindert. Kommt der Einsatz Betablocker-Augentropfen bei einem Glaukompatienten nicht in Frage, stehen alternativ andere Wirkstoffe zur Verfügung.

Quelle: Apothekerkammer Niedersachsen

| Von: Sandra Göbel/Apothekerkammer Niedersachen Bildrechte:Africa Studio/Shutterstock.com
Von Reibeisenhaut sind vor allem Frauen betroffen. Eine genetische Veranlagung ist wahrscheinlich.

Raue Haut an Oberarm und -schenkel

Reibeisenhaut richtig pflegen

Raue und schuppige Haut an Oberarmen oder Oberschenkeln sind die typischen Anzeichen für eine sogenannte Reibeisenhaut, einer Verhornungsstörung. Betroffene können die Beschwerden mit einer konsequenten Pflege lindern.

Reibeisenhaut bildet sich mit zunehmenden Alter zurück

Bei der Reibeisenhaut verschließen stecknadelkopf-große Hornpfröpfe die Öffnungen der Haarfollikel. Die Haut fühlt sich äußerst rau und schuppig wie ein Reibeisen an. Meist sind die Streckseiten der Oberarme und Oberschenkel befallen, teils auch das Gesäß. Selten treten die Papeln im seitlichen Gesichtsbereich auf. Die Verhornungsstörung ist zwar harmlos, wird aber von vielen Betroffenen als kosmetisch störend empfunden. Die gute Nachricht: Mit zunehmendem Alter schwächt sich die Reibeisenhaut immer mehr ab.

Mit Urea und Milchsäure pflegen

Betroffene können mit der richtigen und konsequenten Pflege für ein besseres Hautbild sorgen. Zur täglichen Hautbefeuchtung eignet sich am besten eine Lotion mit Harnstoff (Urea). Urea hilft den Hautzellen, sich untereinander zu verbinden, reduziert die Hornhautplättchen und bindet die Feuchtigkeit in und auf der Haut. Alternativ zur Urea können Betroffene Salben mit hornlösenden Keratolytika wie Milch- oder Salicylsäure verwenden. Zur Öffnung der verstopften Hautporen und Entfernen der Verhornungen empfehlen sich wöchentliche Peelings mit Salicylsäure, Milchsäure und Fruchtsäure. Bei der Auswahl eines geeigneten Präparats sowie zur individuellen Anwendung berät der Apotheker.

Quelle: Landesapothekerkammer Hessen

| Von: Sandra Göbel/Landesapothekerkammer Hessen Bildrechte:siam.pukkato/Shutterstock.com
Künstliche Tränen lindern die Beschwerden bei trockenem Auge.

Hilfe bei trockenem Auge

Wenn dem Auge Tränen fehlen

Bildschirmarbeit, Klimaanlagen und der ständige Blick auf Mobiltelefone oder Tablets führen dazu, dass immer mehr Menschen an trockenem Auge leiden. Richtiges Verhalten schont die Augenoberfläche und beugt vor.

Tränenfilm aus dem Gleichgewicht

Der Tränenfilm benetzt die Augenoberfläche und ernährt die Hornhaut. Wenn das Auge zu wenig Tränenflüssigkeit produziert oder diese zu schnell verdunstet, ist das Gleichgewicht des Tränenfilms gestört. Augenärzte sprechen dann vom trockenen Auge oder der sogenannten Keratoconjunctivitis Sicca.

Laut dem Berufsverband der Augenärzte in Deutschland ist der Mangel an Tränen nur bei etwa 1 von 10 Betroffenen die alleinige Ursache. Bei 9 von 10 Patienten mit trockenem Auge ist der Grund das zu schnelle Verdunsten der Tränen oder es liegt eine Mischform aus beiden Störungen vor.

Patienten mit trockenem Auge leiden unter geröteten, brennenden Augen, Lichtempfindlichkeit und haben das Gefühl, dass sich feiner Sand im Auge befindet. Hornhaut und Bindehaut sind entzündet und es drohen Folgeschäden an der Hornhautoberfläche bis hin zu Nervenschmerzen.

Auslöser oft moderne Lebensgewohnheiten

Laut Experten blinzeln Menschen weniger, wenn sich der Blick auf Computer, Tablet oder Mobiltelefon richtet. Dadurch wird der Tränenfilm nicht mehr regelmäßig auf dem Auge verteilt und reißt ab. Klimaanlagen, ungesunde Ernährung oder Rauchen begünstigen ebenfalls ein trockenes Auge.

Abhilfe für Betroffene schaffen künstliche Tränen (Tränenersatzmittel), die als Tropfen, Gel oder Spray den Tränenfilm stabilisieren, sowie Medikamente gegen die Entzündung. Richtiges Verhalten im Alltag ist laut Augenärzten ein wichtiger Ansatzpunkt zur Vorbeugung der Erkrankung. Sie empfehlen Spaziergänge im Freien, ausreichendes Trinken und bewusstes, regelmäßiges Blinzeln bei Bildschirmarbeit.

Quelle: Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA)

| Von: Miriam Knauer Bildrechte:Image Point Fr/Shutterstock.com
Manche Menschen neigen zu Wutausbrüchen.

Falsche Selbstwahrnehmung

Wütende überschätzen ihre Intelligenz

Australische und polnische Forscher fanden heraus: Wütende Menschen halten sich häufig für schlauer, als sie es tatsächlich sind. Dabei spielten charakterbedingte Wut und Selbstverliebtheit eine Rolle.

Selbsteinschätzung der Intelligenz oft unrealistisch

Die Universität Warschau und die Universität Perth untersuchten, wie charakterbedingte Wut und Wahrnehmung der eigenen Intelligenz zusammenhängen. Charakterbedingte Wut beschreibt Wutanfälle von Menschen, die schnell gereizt sind und aufgrund ihrer Veranlagung zu Wutausbrüchen neigen. Teilnehmer der Studie waren Bachelorstudierende aus Warschau. Im ersten Teil beantworteten die Probanden Fragen zur Einschätzung ihres Charakters in Bezug auf charakterbedingte Wut, mentale Stabilität und Selbstverliebtheit (Narzissmus). Im zweiten Teil bewerteten die Studenten ihre Intelligenz selbst auf einer 25-Punkte-Skala und absolvierten danach einen objektiven Intelligenztest.

„Wut kann in manchen Fällen die Konsequenz von verminderter emotionaler Stabilität, also beispielsweise von Ängsten, sein,“ berichtet der Co-Autor der Studie Prof. Gilles Gignac. Er ergänzt: „In manchen Fällen ist es aber nicht Angst, die Frustration, Boshaftigkeit oder Wutausbrüche schürt. Hier scheint der Grund Narzissmus zu sein. Entsprechend bewerten die Narzissten auf Nachfrage ihre Intelligenz besonders hoch.“

Wut entwickelt sich langsam

Laut Gignac ist die Hauptpersönlichkeitsstörung des Narzissten eine übertriebene positive Selbstwahrnehmung. Die Verbindung zwischen Narzissten und Intelligenzüberschätzung sei daher nicht überraschend. Doch Gignac betont, dass auch charakterbedingte Wut von Bedeutung ist: „Es wird vermutet, dass sich bei vielen […] Narzissten dieses Wutgefühl mit der Zeit entwickelt, wenn ihnen langsam bewusst wird, dass es einen Unterschied zwischen der eigenen Wahrnehmung ihrer eingebildeten Großartigkeit und ihren tatsächlichen Leistungen und Errungenschaften gibt.“

Quelle: Verein Institut Ranke-Heinemann - Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund

| Von: Miriam Knauer Bildrechte:kurhan/Shutterstock.com
Aspirin wird häufig zur Vorbeugung eines Herzinfarktes eingenommen.

Aspirin gegen Herzinfarkt

Zuverlässige Einnahme senkt Risiko

Die konsequente Aspirineinnahme reduziert deutlich das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls. Doch je länger die Behandlung dauert, umso häufiger brechen Patienten die Therapie ab.

Therapietreue sinkt im Laufe der Jahre

Aspirin ist ein bekanntes Schmerzmittel. Außerdem verordnen Ärzte Aspirin in niedriger Dosierung zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Der in Aspirin enthaltene Wirkstoff Acetylsalicylsäure, auch als ASS bezeichnet, fördert die Durchblutung und reduziert die Gefahr einer Thrombose.

Forscher aus Deutschland und den USA untersuchten die Therapietreue, also die Zuverlässigkeit, mit der Patienten ASS zur Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall einnahmen. Dazu wertete der Epidemiologe Pareen Vora mit seinem Team 79 wissenschaftliche Studien aus. Patienten, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten hatten, erreichten eine Therapietreue von 69 bis 88 Prozent. Bei Patienten ohne eine solche vorausgehende Erkrankung lag die Therapietreue bei 73 bis 86 Prozent. Etwa 10 Prozent der Therapieabbrüche ereigneten sich im ersten Jahr der Behandlung, weitere 20 bis 35 Prozent im zweiten. Bis zu zwei Drittel der Therapieabbrüche lagen im dritten bis fünften Jahr nach Behandlungsbeginn.

Konsequente Aspirineinnahme reduziert Herzinfarktrisiko

In 22 der analysierten Studien verglichen Wissenschaftler das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko von therapietreuen mit dem von nicht therapietreuen Patienten. 21 der Studien ergaben, dass bei zuverlässiger Einnahme zumindest das Risiko für eine der beiden Erkrankungen deutlich sinkt. In einer weiteren Studie wurden Männer untersucht, die noch keinen Herzinfarkt hatten und vorbeugend ASS einnahmen. Bei therapietreuen Patienten war das Risiko eines Herzinfarktes nur halb so groß wie bei Patienten, die ihre Therapie abgebrochen hatten.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V.

| Von: Miriam Knauer Bildrechte:fizkes/Shutterstock.com
Bei wiederkehenden Beschwerden am besten bald zum Arzt. Denn bei früher Behandlung sind die Erfolgsaussichten am größten.

Eingeschlafene Hand

Karpaltunnelsyndrom behandeln

Eine über Nacht eingeschlafene Hand deutet auf ein Karpaltunnelsyndrom hin, also einen eingeengten Nerv im Handgelenk. Welche Maßnahmen die Beschwerden lindern.

Nächtliche Taubheitsgefühle und Gefühlsstörungen kommen häufig durch ein Abknicken des Handgelenks im Schlaf zustande, wodurch das Versorgungsgebiet des Medianus-Nervs beeinträchtigt wird. Mediziner sprechen dann von einem Karpaltunnelsyndrom. „Die Beschwerden bessern sich meist, wenn die Hand ausgeschüttelt wird oder Pumpbewegungen durchgeführt werden,“ weiß Prof. Gereon Nelles vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) mit Sitz in Krefeld.

Bei Fortschreiten drohen Schmerzen

Im weiteren Erkrankungsverlauf treten die Beschwerden zunehmend auch tagsüber auf, wobei sie meist durch eine manuelle Tätigkeit begünstigt werden. „Das Einschlafen der Hand kann teilweise schmerzhaft werden und sich bis in die Schulter zeigen. Typischerweise tritt im fortgeschrittenen Stadium auch ein Pelzigkeitsgefühl vorwiegend am Daumen, dem Zeige- und dem Mittelfinger auf“, ergänzt Prof. Nelles. Viele Patienten haben oft über Jahre nur sehr geringe Beschwerden. Vereinzelt werden auch symptomfreie Intervalle beschrieben.

Nächtliche zu tragende Unterarmschiene kann helfen

Die Experten des BVDN raten: Betroffene sollten das Phänomen von einem Neurologen abklären lassen, wenn es wiederholt auftritt, da insbesondere im Anfangsstadium eine nicht-operative Behandlung gute Erfolgsaussichten hat. „Betroffene können eine Zeit lang nachts eine Unterarmschiene anlegen, die ein Abknicken des Handgelenks verhindert. Ergänzend können Physiotherapie und alternative Methoden wie Taping mit elastischen Klebestreifen hilfreich sein sowie die kurzfristige Anwendung eines Glukokortikoids“, berichtet der Neurologe. „Bei anhaltenden Beschwerden und Ausfallerscheinungen der Finger kann eine Operation notwendig werden.“

Quelle: www.neurologen-im-netz.org

| Von: Sandra Göbel/neurologen-im-netz.org Bildrechte:Image Point Fr/Shutterstock.com
Fehlende oder nicht mehr passende Sehhilfen können zu Kopfschmerzen führen. Dann kann ein Augenarzt die Sehhilfe neu anpassen.

Im Alter den Durchblick behalten

Wenn die Alterssichtigkeit einsetzt

Manche bemerken schon mit 40 Jahren, dass das Lesen schwierig wird, bei anderen geht es erst ein paar Jahre später los. Die Alterssichtigkeit trifft früher oder später fast jeden. Warum spätestens jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, den Augenarzt aufzusuchen.

Elastizität der Augenlinse geht verloren

Kleine Schrift lässt sich plötzlich nicht mehr entziffern. Erst wenn man den Text etwas weiter von den Augen entfernt hält, erscheinen die Buchstaben klarer. Der Grund für diese Probleme ist eine einsetzende Alterssichtigkeit, bedingt durch die normale Alterung des Auges. In der Jugend ist die Linse des Auges weich und elastisch, sodass das Auge sich an unterschiedliche Sehentfernungen anpassen kann. Beim Blick in die Ferne ist sie flach, beim Blick auf ein Objekt in unmittelbarer Nähe wölbt sie sich stärker. Diese Fähigkeit, Augenärzte sprechen von der Akkommodation, geht nach und nach verloren. Die Linse wird immer steifer und die für die Nahsicht notwendige Anpassung funktioniert nicht mehr.

Drogeriemarktbrille nur vorübergehend geeignet

Viele Menschen behelfen sich zunächst mit einer einfachen Lesehilfe, die es im Super- oder Drogeriemarkt zu kaufen gibt. Der Augenarzt Christian Theinert vom Pressereferat des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA) erklärt, dass diese Lesehilfen in der Regel allenfalls für eine kurze Lesedauer und vorübergehend geeignet sind: „Auf Dauer ist eine fachgerecht angepasste Lesebrille besser geeignet, die die individuellen Besonderheiten wie beispielsweise eine Verkrümmung der Hornhaut (Astigmatismus) oder den Pupillenabstand berücksichtigt.“

Früherkennung des Grünen Stars

Wenn die Alterssichtigkeit (Presbyopie) einsetzt, ist es sinnvoll, zunächst eine Augenarztpraxis aufzusuchen. Denn bei einer fachärztlichen Untersuchung lässt sich abklären, ob die Augen abgesehen von der Alterssichtigkeit gesund sind. Einige Augenerkrankungen treten mit zunehmendem Alter häufiger auf, beispielsweise das Glaukom (Grüner Star), bei dem ganz allmählich der Sehnerv abstirbt. Diese Krankheit verläuft lange ohne Beschwerden und verursacht keine Schmerzen. Um auf einen Grünen Star aufmerksam zu werden, empfehlen Augenärzte ab dem Alter von 40 Jahren eine Früherkennungsuntersuchung. So lässt sich die Erkrankung behandeln, bevor das Sehvermögen bedroht ist.

Quelle: BVA

| Von: Sandra Göbel/BVA Bildrechte:Syda Productions/Shutterstock.com
Juckreiz an der Einstichstelle kann durch sogenannte Stichheiler gelindert werden.

Tipps bei Wespen-Alarm

Juckreiz mindern, Stichen entgehen

Wer derzeit zum Grillen oder Kaffee im Freien lädt, begrüßt oft auch zahlreiche ungebetene Gäste: Wespen. Wie man sich bei Wespen-Alarm verhalten sollte, um Stichen zu entgehen, und was den Juckreiz lindert, wenn die Wespe dennoch sticht.

Gefahr für Allergiker und in Nestnähe

Wespenstiche können sehr schmerzhaft sein und eine Schwellung, Juckreiz sowie Brennen auslösen. „Gefährlich wird’s für den Menschen eigentlich nur dann, wenn man sich in der Nähe von Wespennestern aufhält oder sich in deren Einflugschneisen befindet“, warnt Günter Jeske vom KKH-Serviceteam in Bremen. „Denn fühlen sie sich bedroht, reagieren sie aggressiv und stechen dann häufig zu.“ Gefahr droht auch Menschen, die gegen Insektengift allergisch sind. „Insektengift-Allergiker sollten in der Sommerzeit stets ein Notfall-Set mit sich führen“, rät Jeske. „Es enthält unter anderem eine Adrenalin-Spritze, falls Kreislaufprobleme auftreten“. Die Kosten hierfür übernehmen – bis auf die gesetzliche Zuzahlung – die Krankenkassen.

Stichheiler lindern Juckreiz

Hat die Wespe zugestochen, helfen sogenannte Stichheiler aus der Apotheke. Die kleinen Geräte werden auf den Stich aufgesetzt, um die Stichstelle zu erwärmen oder zu elektrisieren. Der Wärme- oder Elektroimpuls blockiert den Freisetzung des Botenstoffs Histamin im Körper, welcher für den Juckreiz verantwortlich ist. Dadurch vermindern sie das Nachjucken der gestochenen Stelle.

Tipps zum Vorbeugen von Stichen

Damit es aber erst gar nicht zu Wespenstichen kommt, empfiehlt die KKH Folgendes:

  • Bei Grillfesten und Kaffeetafeln im Freien: Rechtzeitig vorher eine Schale mit etwas Marmelade und Wurst in ausreichender Entfernung hinstellen. Das hält die Wespen meistens davon ab, die Tischgäste zu besuchen.
  • Speisereste am Mund, insbesondere bei Kindern abwischen.
  • Getränke in Flaschen und Dosen mit einem Strohhalm trinken, der am besten dünn sein sollte, damit die Wespen nicht in ihn hineinkrabbeln können.
  • Parfüm, Duftstoffe und bunte oder geblümte Kleidung vermeiden, denn dies zieht Wespen magisch an.
  • Wenn Wespen einen umschwirren, keinesfalls nach ihnen schlagen – das macht sie erst recht aggressiv. Sanftes Beiseiteschieben mit der Hand schadet dagegen nicht.
  • Wegpusten sollte man ebenfalls unterlassen, weil sie das in der Atemluft enthaltene Kohlendioxid angriffslustig macht.
  • Experten empfehlen dagegen, Wespen mit Wassernebel aus einer Sprühflasche anzusprühen. Die Aktion soll Regen vortäuschen und die Wespen zurück in ihr Nest treiben. Gibt man eine Stunde zuvor ein paar Gewürznelken in das Sprühwasser, ist der Vertreibungserfolg noch sicherer – denn Wespen mögen Nelken überhaupt nicht.


Quelle: KKH

| Von: Sandra Göbel/KKH Bildrechte:Image Point Fr/Shutterstock.com
Bei Nagelerkrankungen ist der Hautarzt der richtige Ansprechpartner.

Nagelerkrankungen unter der Lupe

Pilzbefall oft Fehldiagnose

Mehr als jede zweite Erkrankung der Fuß- oder Fingernägel diagnostizierten Ärzte nicht korrekt. Das zeigte eine Studie der Universitätsklinik des Saarlandes. Besonders oft erwies sich eine vermutete Pilzinfektion als falsch.

Pilzbefall der Nägel seltener als vermutet

Die Dermatologin Cornelia Müller und ihr Team von der Universitätsklinik des Saarlandes in Homburg bewerteten über einen Zeitraum von 8 Jahren die Diagnosen von Nagelerkrankungen. Die Experten verglichen 639 ärztliche Erstdiagnosen mit dem Ergebnis der nachfolgenden Gewebeuntersuchung einer Nagelprobe im Labor.

In der Studie erwies sich mehr als die Hälfte (54 Prozent) aller gestellten Erstdiagnosen als falsch. Häufigste, irrtümlich diagnostizierte Erkrankung war der Nagelpilz, auch Onychomykose genannt. Nach ärztlicher Einschätzung lag bei 62 Prozent der Patienten eine Onychomykose vor, die anschließende Gewebeuntersuchung bestätigte dies nur für 22 Prozent der Patienten. Die häufigste im Labor ermittelte Diagnose war eine Wachstums- und Ernährungsstörung des Nagels. Diese Erkrankung tritt häufig nach wiederholten kleinen Nagelverletzungen auf, wie sie zum Beispiel bei Fußballspielern vorkommen. Die Erstdiagnose von Wachstumsstörungen und eingewachsenen Nägeln traf ein Großteil der Ärzte problemlos.

Vorsicht bei Nagelverfärbungen

Zu besonderer Aufmerksamkeit raten Experten bei unregelmäßigen, braun-schwarzen Verfärbungen der Nägel, die sich nicht durch eine Verletzung erklären lassen. In diesen Fällen besteht die Gefahr eines bösartigen Tumors am Nagel, eines so genannten Nagelmelanoms. Nach Müller treten Nagelmelanome meist bei Patienten über 60 Jahren auf, bei Kindern unter 14 Jahren sind sie äußerst selten. Müller betrachtet das Alter eines Patienten beim Melanomverdacht als wichtiges Kriterium, jedoch nicht als Garantie. Sie empfiehlt daher im Zweifel immer eine Gewebeuntersuchung im Labor, auch bei Kindern und jungen Erwachsenen.

In der vorliegenden Studie wurden von den behandelnden Ärzten 72 Nagelproben zur Abklärung eines Nagelmelanoms eingeschickt. In 13 Fällen bestätigte das Labor den Verdacht.

Quelle: Ärzteblatt

| Von: Simone Lang Bildrechte:puhhha/Shutterstock.com
Eine gründliche Mundhygiene ist die Basis für gesundes Zahnfleisch.

Tipps für gesundes Zahnfleisch

Ohne Probleme durch heiß und kalt

Kommt es bei Ihnen zu heftigen, kurz anhaltenden Schmerzen, wenn Sie kalte, heiße, süße oder saure Speisen zu sich nehmen? Dann leiden Sie wie fast jeder zweite Erwachsene im Alter zwischen 20 und 40 Jahren unter empfindlichen Zähnen. Meist ist die Ursache ein Rückgang des Zahnfleisches, so dass die Zahnhälse oder Teile der Zahnwurzeln frei liegen. Was Ihnen bei empfindlichen Zähnen hilft und wie Sie Ihr Zahnfleisch gesund erhalten.

Gesundes Zahnfleisch blutet nicht

Straff und zartrosa – so sieht gesundes Zahnfleisch aus. Beim Zähneputzen blutet es nicht und Sie haben keine unangenehmen Empfindungen beim Verzehr von Eis oder heißen Getränken. Gesundes Zahnfleisch umgibt die Zahnhälse in einer stabilen Schicht und verhindert, dass Bakterien und Ablagerungen (Plaque) in den Raum zwischen Zahn und Zahnfleisch eindringen und bis zum Kieferknochen gelangen.

Kritisch wird es bei einer vermehrten Bakterienansiedlung, Belag- oder Zahnsteinbildung. In der Folge kommt es zu einer Entzündung des Zahnfleisches; es schwillt an, ist prall mit Blut gefüllt und blutete bereits beim Putzen der Zähne. Aber keine Angst: Solche Zahnfleischentzündungen bilden sich nach einer professionellen Zahnreinigung bei Ihrem Zahnarzt meist vollständig zurück.

Hinweis: Auch Stress, chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Rheuma sowie Hormonschwankungen, wie sie zum Beispiel während der Wechseljahre auftreten, führen bei manchen Menschen zu Zahnfleischentzündungen. Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt beraten.

Tägliche und richtige Zahnpflege

Das A und O für gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch ist eine konsequente und gründliche Mundhygiene. Überprüfen Sie dabei Ihre Putztechnik. Vermeiden Sie horizontale Schrubb-Bewegungen, Ihre Zähne nehmen sonst bleibenden Schaden: Am Zahnhals sieht der Arzt dann keilförmige Absprengungen des Zahnschmelzes.

Drücken Sie beim Putzen nicht zu stark mit der Bürste auf Zähne und Zahnfleisch und wählen Sie Ihre Zahncreme mit Bedacht aus: Defekten an den Zähnen beugen Sie vor, wenn Sie eine schonende Zahnpasta mit einer mittleren Putzwirkung benutzen. Eine Orientierung hierfür ist der RDA-Wert (Radioactive Dentin Abrasion). Je kleiner er ist, desto schonender ist die Zahncreme. Für eine ausreichende Putzwirkung wird ein RDA-Wert zwischen 50 und 70 empfohlen, zum Beispiel aminomed® oder Aronal forte®. Zusätzlich helfen versiegelnde Zahnpasten (zum Beispiel Apa Care®Zahnpasta, Desensin® repair) oder Reparaturgele (zum Beispiel elmex® sensitiv Professional™ Repair & Prevent Zahnpasta, Apa Care & Repair Intensiv Reparatur) bei empfindlichen Zähnen.

Tipp: Bei richtigem Anpressdruck wechselt das Zahnfleisch unter der Zahnbürste kurze Zeit die Farbe von rosa zu weißlich. Kontrollieren Sie sich ab und zu im Spiegel.

Damit es gar nicht erst zu Zahnproblemen kommt: Früherkennung beim Zahnarzt

Gehen Sie frühzeitig Warnsignalen wie Zahnfleischbluten, freiliegenden Zahnhälsen, ungewohntem Mundgeruch oder lockeren Zähnen auf den Grund. Ihrem Zahnarzt stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, schwerwiegendere Erkrankungen zu verhindern. Ausmessen von Zahnfleischtaschen, Röntgenuntersuchungen und spezielle Risikotests stellen die Ursachen Ihrer Beschwerden fest und helfen bei einer erfolgreichen Therapie.

Tipp: Viele Menschen vermeiden den Zahnarztbesuch, weil sie Angst vor einer schmerzhaften Behandlung von Wurzeln und Zähnen haben. Heute existieren schonende und in der Regel schmerzarme Alternativen wie Sonden, die im Ultraschallbereich arbeiten oder Wurzelreinigung mit Pulverpartikeln. Sprechen Sie Ihren Zahnarzt ruhig auf Narkosemöglichkeiten an.

Professionelle Zahnreinigung für gesunde und schöne Zähne

Kümmern Sie sich rechtzeitig um einen Termin für eine professionelle Zahnreinigung (PZR). Zahnärzte empfehlen sie zweimal im Jahr, um Beläge durch Genussmittel und Bakterien zu beseitigen. Eine PZR umfasst eine Zahnsteinentfernung und Reinigung aller sichtbaren Zahnoberflächen oberhalb des Zahnfleisches mit Hilfe von Zahnseide, Pulvergeräten und Versiegelung mit Speziallacken. Ebenfalls werden Stellen gereinigt, die Sie selbst beim Putzen nur schlecht erreichen.

Hinweis: Eine PZR hat keinen Einfluss auf Beläge auf der Wurzeloberfläche unterhalb des Zahnfleischsaumes. Falls bei Ihnen das Risiko für eine Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates) besteht, spricht Ihr Zahnarzt Sie auf spezielle Behandlungsmöglichkeiten an.

Quelle: Prof. Rainer Hahn, Besser Vorsicht als Nachsicht, Deutsche Apotheker Zeitung Nr. 47, S. 68 vom 24.11.2016.

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Allergiker reagieren auf Inhaltsstoffe von Tomaten mit Hautausschlägen, Schleimhautreizungen und Magen-Darm-Beschwerden.

Tomaten- und Erdbeerallergie

Auf die Sorte kommt es an

Forscher von der Technischen Universität München (TUM) bestimmten die Menge an allergieauslösenden Stoffen in Erdbeer- und Tomatenpflanzen und untersuchten, ob Anbau- und Zubereitungsmethoden eine Rolle spielten.

Rot oder gelb, groß oder klein: verschiedene Pflanzen auf dem Prüfstand

Allergische Reaktionen auf Inhaltsstoffe in Nahrungsmitteln haben in den vergangenen Jahrzehnten stetig zugenommen. Betroffene berichten von Hautausschlägen, Schnupfen bis hin zu Bauchschmerzen. Ursache sind allergieauslösende Eiweiße (Proteine), die oft dem Hauptallergen aus Birkenpollen ähneln. Rund 30 Prozent der Birkenpollenallergiker leiden nach eigenen Angaben unter allergischen Reaktionen auf Erdbeeren. Auf Tomaten reagieren etwa 2 Prozent der Nordeuropäer allergisch, in Italien sind es sogar 16 Prozent.

Das Team um Prof. Wilfried Schwab vom Lehrstuhl für Biotechnologie der Naturstoffe an der TUM untersuchte, welchen Einfluss Sorte, Anbaumethode und Verarbeitung auf den Allergengehalt der Früchte haben. Sie setzten 23 verschieden farbige Tomatenpflanzen und 20 Erdbeersorten in ihren Versuchen ein und bestimmten die Menge der allergieauslösenden Proteine Sola I 4 in Tomaten und Fra a 1 in Erdbeeren. Getestet wurde unter biologischen und konventionellen Anbaubedingungen sowie eine Sonnen-, Ofen- und Gefriertrocknung.

Hin zu Pflanzen ohne Allergiepotential

Sowohl bei Tomaten- wie auch bei Erdbeerpflanzen ist die Sorte für den Gehalt an Allergenen entscheidend. Weiterhin zeigten die Versuche die Hitzeempfindlichkeit der Proteine: Der Gehalt an allergieauslösenden Eiweißen und damit das Allergiepotential sank, wenn die Früchte erhitzt wurden. Der Einfluss der Anbaubedingungen war gering.

Die Ergebnisse der Studie helfen Wissenschaftlern in Zukunft dabei, gezielt Erdbeer- und Tomatensorten zu züchten, die für Allergiker geeignet sind.

Quelle: Berufsverband Deutscher Internisten e. V.

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Wer in jungen Jahren an Übergewicht leidet, trägt ein erhöhtes Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen. Abnehmen beugt vor.

Übergewicht bei Jugendlichen

Zu viele Kilos belasten das Herz

Bereits im Jugendalter schadet Übergewicht dem Herzen. Forscher der Universität Bristol wiesen bei übergewichtigen Jugendlichen einen erhöhten Blutdruck und einen vergrößerten Herzmuskel nach.

Schäden am Herzmuskel bereits in jungen Jahren

Wissenschaftler um Kaitlin Wade von der Universität Bristol stellten sich die Frage, ob Übergewicht schädliche Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System im Jugendalter hat. Das Expertenteam untersuchte 3000 Jugendliche jeweils im Alter von 17 und 21 Jahren. Das Gewicht der Studienteilnehmer beurteilten die Forscher mit dem Body-Mass-Index (BMI). Die Herzfunktion bewerteten sie über die Herzfrequenz und die Pulswellengeschwindigkeit in großen Gefäßen wie der Halsschlagader. Die Pulswellengeschwindigkeit nimmt ab, wenn Blutgefäße weniger elastisch oder verengt sind. Dies ist zum Beispiel bei Arteriosklerose (Arterienverkalkung) der Fall, wenn sich Bindegewebe, Kalk und Fett in den Blutgefäßen ablagern. Die Herzgröße ermittelten die Forscher bei den 21-Jährigen durch eine Magnetresonanztomografie (MRT).

Die Herzfrequenz der Jugendlichen mit Übergewicht war nicht erhöht und die Pulswellengeschwindigkeit nicht erniedrigt im Vergleich zu schlanken Jugendlichen. Probanden, die mit 17 Jahren bereits übergewichtig waren, hatten im Alter von 21 Jahren häufiger einen erhöhten Blutdruck und einen vergrößerten linken Herzmuskel als schlanke Jugendliche.

Arteriosklerose kommt erst später

In der Vergrößerung des linken Herzmuskels sahen die Wissenschaftler eine Folge des Bluthochdrucks und eine Schädigung des Herzens: Durch den erhöhten Blutdruck arbeitet die linke Herzkammer gegen einen größeren Widerstand, die Muskelmasse passt sich an und nimmt zu. Ärzte sprechen dann von einer Herzhypertrophie. Wade und Kollegen werteten die Hypertrophie als Risiko für eine spätere Herzmuskelschwäche. Aufgrund ihrer Ergebnisse nahmen die Wissenschaftler an, dass eine beschleunigte Arteriosklerose, die für Erwachsene das Risiko einer Herzerkrankung bedeutend erhöht, erst im fortgeschrittenen Lebensalter auftritt.

Quelle: Ärzteblatt

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Schlechter Atem muss nicht sein.

Frischer Atem durch Ingwer

Scharfstoff hilft gegen Mundgeruch

Lebensmittelchemiker aus München entdeckten, dass Gingerol aus der Ingwerwurzel gegen schlechten Atem half und dass Zitronensäure salzige Speisen weniger salzig schmecken ließ. Verantwortlich für die Effekte war eine Veränderung des Speichels.

Ingwer sorgt für bessere Atemluft

Die Ingwerwurzel erhält durch den Inhaltsstoff Gingerol ihren typischen scharfen Geschmack. Die Wirkung von Gingerol erforschte ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie. Bei 8 Testpersonen bestimmten die Forscher die Zusammensetzung von Speichel und Atemluft vor und nach dem Genuss von Ingwer. Durch Gingerol erhöhte sich die Konzentration eines Eiweißes, das im Speichel übelriechende, schwefelhaltige Substanzen abbaut, auf das 16-fache des normalen Wertes. Der unangenehme, faulige Geruch von Schwefel in manchen chemischen Verbindungen schlägt sich ebenfalls in der Ausatemluft nieder.

Laut Studienleiter Prof. Thomas Hofmann vermindert Gingerol damit den lang anhaltenden Nachgeschmack vieler Lebensmittel. „Auch unser Atem riecht dadurch besser“, erklärt er. Hofmann sieht im beobachteten Gingerol-Effekt eine Möglichkeit, zukünftig neue Mundpflegemittel zu entwickeln.

Mit Zitrone schmeckt Essen weniger salzig

In einem zweiten Teil stellten sich die Lebensmittelchemiker die Frage, wie Zitronensäure auf die salzige Geschmackswahrnehmung wirkt. Nach dem Genuss von Zitronensaft nahm bei den Testpersonen der Speichelfluss zu. Außerdem erhöhte sich die Menge der gelösten Mineralstoffe. Zu diesen Mineralstoffen gehört unter anderem Natrium, das im Speichel in Form von Natriumionen vorkommt. Durch die Säure im Zitronensaft stieg die Menge an Natriumionen auf das 11-fache des Normwertes im Speichel.

Hofmann erklärt, warum gesalzene Speisen durch die Zitronensäure weniger salzig schmecken: „Kochsalz ist nichts anderes als Natriumchlorid, wobei die Natriumionen beim Menschen für den Salzgeschmack verantwortlich sind. Enthält der Speichel bereits höhere Konzentrationen an Natriumionen, müssen verkostete Proben einen deutlich höheren Salzgehalt aufweisen, um sie vergleichsweise salzig zu empfinden.“

Hofmann und Kollegen möchten mit weiteren Untersuchungen eine wissenschaftliche Basis schaffen, zukünftig die Lebensmittelherstellung am Geschmacksempfinden der Verbraucher auszurichten.

Quelle: Eurekalert

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Zur täglichen Mundhygiene gehören mehrmaliges Zähneputzen und der Einsatz von Mundwasser.

Diabetes und Parodontitis

Mit Vorsorge gegen Zahnverlust

Diabetes ist ein Risikofaktor für die Entstehung einer behandlungsbedürftigen Entzündung des Zahnhalteapparats (Parodontitis). Experten raten Diabetespatienten zu regelmäßigen Zahnkontrollen und gründlicher Mundhygiene.

Diabetes und Parodontitis: eine fatale Kombination

Parodontitis gilt weltweit als die häufigste chronische Erkrankung. Zu Beginn verursacht bakterieller Zahnbelag eine oberflächliche Entzündung des Zahnfleisches, die sich unbehandelt zu einer Parodontitis entwickeln kann. Der Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), Prof. Dirk Müller-Wieland, erläutert: „Außer mangelnder Mundhygiene sind Rauchen, Stress und genetische Faktoren Ursachen für diese chronische Entzündung.“ Für Diabetiker sieht er besondere Gefahren: „Ist der Blutzuckerspiegel […] schlecht eingestellt, steigt das Risiko für Parodontitis stark an. Auch ist dann die Zahnfleischbehandlung komplizierter, der Krankheitsverlauf schwerer, ein Zahnverlust häufiger.“ Die beobachtete erhöhte Sterblichkeit bei Diabetespatienten mit Parodontitis liegt in Entzündungsvorgängen begründet, die sich negativ auf das Herz auswirken.

Regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt

Da eine Parodontitis meist schmerzfrei verläuft, rät der DDG-Experte Erhard Siegel: „Es ist […] wichtig, unbedingt auf erste Warnzeichen wie Zahnfleischbluten, geschwollenes Zahnfleisch, Mundgeruch, Änderungen der Zahnstellung oder länger werdende, gelockerte Zähne zu achten.“ Da Zahnärzte bereits frühe Stadien einer Parodontitis erkennen und behandeln können, empfiehlt Siegel Menschen mit Diabetes, mindestens einmal jährlich zur zahnärztlichen Kontrolle zu gehen.

Quelle: DDG

Weitere Informationen zum Selbsttest, um das eigene Parodontitisrisiko einzuschätzen, auf den Seiten der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie.

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Bei Kopflausverdacht die Haare mit einem Läusekamm auskämmen.

Was hilft gegen Kopfläuse?

Kopfläuse effektiv bekämpfen

Mit dem Ferienende beginnt die Reisezeit der Kopfläuse. Denn Kita und Schule bieten den Parasiten ideale Verbreitungsmöglichkeiten. Vorbeugen lässt sich einer Ansteckung kaum. Doch mit der richtigen Behandlung ist man die ungebetenen Gäste bald wieder los. Ein Überblick über Läusemittel und ihre Anwendung.

Kopfläuse sind blutsaugende Insekten, die eine Größe von bis zu 3,5 Millimetern erreichen. Eigentlich sind sie harmlos, denn Krankheiten übertragen sie hierzulande nicht. Allerdings können ihre Bisse jucken und Läuse rufen bei vielen Menschen Ekel oder Scham hervor. Doch entgegen des verbreiteten Vorurteils sind die Parasiten kein Anzeichen mangelnder Haarhygiene. Eher im Gegenteil: In den letzten Jahren deuteten mehrere Studien an, dass Läuse gewaschenes Haar bevorzugen.

Wie kommt die Laus auf den Kopf?

Auf dem Kopf fühlen sich Läuse am wohlsten, denn dort herrscht ihre Lieblingstemperatur von 28-32°C. Außerhalb des Kopfes überleben sie nur wenige Stunden bis zu zwei Tage, da sie kein Blut mehr saugen können und austrocknen. Von alten Hüten und Helmen geht deshalb keine Lausgefahr aus. Die Übertragung erfolgt in den meisten Fällen von Kopf zu Kopf, etwa beim Umarmen oder Spielen mit engem Körperkontakt. Haustiere übertragen keine Kopfläuse. Eine Lausübertragung über Gegenstände wie Kämme oder Mützen ist selten, aber möglich, wenn diese innerhalb von zwei Tagen gemeinsam genutzt werden. Läuse bewegen sich lediglich durch Krabbeln fort. Von Kopf zu Kopf springen, wie ein Floh, kann die Laus dagegen nicht. Das ist auch nicht nötig. Denn einmal eingerichtet, findet sie vor Ort alles, was sie zum Leben braucht: Blut.

Anzeichen für Lausbefall

Alle zwei bis drei Stunden sticht die Laus ihr Mundwerkzeug in die Kopfhaut, um an den roten Saft zu kommen. Der Kopfhautbesitzer merkt davon nichts. Nur wenn die Wunde sich infiziert oder die Kopfhaut durch das Speicheldrüsensekret der Laus gereizt wird, stellt sich ein Juckreiz ein. Papeln (Knötchen) und Quaddeln (Bläschen) können sich an der Einstichstelle bilden, bevorzugt hinter den Ohren, am Hinterkopf und im Nacken. Heftiges Kratzen fördert Krusten oder eine bakterielle Infektion. Juckreiz gilt als ein typisches Anzeichen für Lausbefall. Doch nur 14-36 Prozent der Betroffenen entwickeln ihn. Die Annahme ‚wer sich nicht juckt hat keine Läuse‘, gilt deshalb nicht.

Zuverlässige Diagnose mit dem Läusekamm

Wie lässt sich ein Lausbefall zuverlässig erkennen? Ein gründlicher Blick auf den Kopf gibt einen ersten Hinweis. Achten Sie auf gelbliche bis mittelbraune Läuseeier direkt am Haaransatz. Nach dem Schlüpfen haften die weißen, leeren Eierhüllen (Nissen) etwa einen Zentimeter entfernt von der Kopfhaut am Haar an. Die weißen, leeren Hüllen sind in der Regel deutlicher zu erkennen als die entwicklungsfähigen Eier, beweisen allerdings keinen aktiven Befall. Massenbefälle mit Läusen gibt es in Deutschland in der Regel nicht. Bei den meisten Betroffenen befinden sich weniger als zehn Läuse auf dem Kopf. So eine kleine Anzahl übersieht man leicht. Bei der optischen Inspektion werden deshalb rund 29 Prozent der Fälle bei Kindern übersehen.

Um zuverlässig zu testen, ob ein Lausbefall vorliegt, sollten Sie die Haare feucht Auskämmen. Tragen Sie dazu auf das nasse Haar eine handelsübliche Pflegespülung auf. Diese nicht ausspülen! Teilen Sie dann das Haar mit einem normalen Kamm in einzelne Strähnen auf. Ziehen Sie anschließend einen Läusekamm systematisch durch jede Strähne hindurch, jeweils von der Kopfhaut bis zur Spitze. Der Läusekamm hat parallele Zinken mit einem besonders engen Abstand von 0,2 Millimetern, sodass Läuse und Nissen daran haften bleiben. Streichen Sie nach jedem Zug, die am Kamm anhaftenden Reste der Pflegespülung, an einem weißen Tuch oder Küchenpapier ab. Auf dem weißen Untergrund können Sie Kopfläuse gut erkennen. Falls ein Lausbefall vorliegt, haben Sie praktischerweise die ersten Läuse direkt beim Auskämmen entfernt!

Wenn die Diagnose steht, informieren Sie als Erstes den Kindergarten oder die Schule sowie die Freunde des Kindes. Denn die Läusebehandlung ist eine Gemeinschaftsangelegenheit.

Läusemittel: Qual der Wahl

Neben dem Läusekamm gibt es verschiedene Medizinprodukte für die Läusebekämpfung, etwa Shampoos, Lösungen, Öle oder Sprays. Sie werden örtlich angewendet. Ihre Einwirkzeit ist je nach Produkt verschieden. Um die Wirkung zu gewährleisten, sollten Sie sich genau an die Anwendungshinweise des Produkts halten. Gerne empfiehlt Ihnen Ihr Apotheker ein geeignetes Produkt und berät Sie zur korrekten Anwendung. Viele der Läusemittel werden bis zum vollendeten 12. Lebensjahr von der Krankenkasse erstattet, bei Entwicklungsstörungen des betroffenen Kindes sogar bis zum 18. Lebensjahr. Grundsätzlich unterscheidet man die Gruppe der Insektizide von den physikalisch wirkenden Mitteln und den pflanzlichen Wirkstoffen. 

  • Neurotoxische Insektizide greifen das Nervensystem der Läuse an. Sie vernichten Läuse und ihre Larven zuverlässig, sind jedoch umstritten, da sie die Haut reizen können. Zudem können Läuse gegen die Insektizide Resistenzen entwickeln, sodass die Mittel nicht mehr wirken.
  • Physikalisch wirkenden Mittel verkleben die Atemöffnungen der Läuse und führen dazu, dass die Läuse ersticken. Richtig angewendet wirken sie sehr zuverlässig und sind aufgrund ihrer besseren Verträglichkeit eine gute Alternative zu den neurotoxischen Insektiziden. Darüber hinaus drohen bei physikalisch wirkenden Mitteln keine Resistenzen. Viele Präparate, die als Wirkstoff Dimeticone enthalten, sind jedoch leicht entflammbar. Achten Sie deshalb unbedingt darauf, dass sie die Haare während der Einwirkzeit von Zündquellen wie Zigaretten oder Föhne fernhalten.
  • Viele pflanzliche Produkte setzen dagegen auf ätherische Öle, wie Kokosöl oder Anisöl. Sie haben unterschiedliche Wirkmechanismen. Die Wirksamkeit der pflanzlichen Produkte ist bislang jedoch nicht ausreichend belegt. In Einzelfällen können sie die Haut reizen oder Allergien hervorrufen.

Wiederholung der Behandlung: Welche Abstände werden empfohlen?

Das Timing ist entscheidend – was für vieles im Leben gilt, gilt auch für die Läusebekämpfung. Denn es kommt darauf an, alle geschlüpften Larven zu erwischen. Mit einer einzelnen Behandlung können Sie das in der Regel nicht erreichen. Setzen Sie deshalb auf Wiederholung. Wer grundsätzlich auf „Chemie“ verzichten möchte, kann das Auskämmen mit dem Läusekamm als alleinige Behandlungsmethode wählen. Verdünnte Säuren (ca. 15 ml Essig pro Liter Wasser) verbessern die Kämmbarkeit des Haares. Erfolgsversprechender ist jedoch eine Kombination aus Auskämmen und örtlich anzuwendenden Medizinprodukten, wie Shampoos oder Lösungen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt das folgende Behandlungsschema:

  • Tag 1: Mit einem Medizinprodukt örtlich behandeln und anschließend die Haare nass mit einem Läusekamm auskämmen.
  • Tag 5: Die Haare nass mit einem Läusekamm auskämmen, um die erste Generation an neu geschlüpften Larven zu entfernen.
  • Tag 9: Mit einem Medizinprodukt örtlich behandeln, um die zweite Generation an Larven zu entfernen.
  • Tag 13: Kontrolluntersuchung durch nasses Auskämmen.
  • Tag 17: Eventuell letzte Kontrolluntersuchung durch nasses Auskämmen – vor allem, wenn Sie in der Woche vorher noch vereinzelt Läuse oder Eier gefunden haben.

Schlägt die Läusebehandlung nicht an oder entzündet sich die Kopfhaut, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Auch nach erfolgter Behandlung ist es ratsam, die Kopfhaut jeden Tag auf Lausbefall zu inspizieren, um „Behandlungsversager“ und Wiederansteckung möglichst früh zu entdecken – zumindest solange, bis die Epidemie im Kindergarten oder in der Schule abgeklungen ist.

Quelle: Schlenger, Ralf: Lausige Zeiten. Deutsche Apotheker Zeitung Nr. 35. 155. Jahrgang, S. 46-52

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Für viele ein guter Start in den Tag: eine duftende Tasse Kaffee.

Kaffee verlängert Leben

Entwarnung für Vieltrinker

Eine britische Studie nahm Kaffeetrinker unter die Lupe und fand heraus: je größer die tägliche Kaffeemenge war, umso länger lebten die Konsumenten. Der positive Effekt ließ sich unabhängig von der Verarbeitung des Koffeins im Körper nachweisen.

Mit jeder Tasse steigt die Lebenserwartung

Erikka Loftfield vom Nationalen Gesundheitsinstitut in Rockville (USA) untersuchte mit ihrem Team, wie sich hoher Kaffeekonsum auf die Lebenserwartung auswirkt. Die Wissenschaftler werteten die Daten von fast 500.000 Briten aus. Sie verglichen rückblickend über 10 Jahre die Sterbewahrscheinlichkeit von Kaffeetrinkern mit der von Nichtkaffeetrinkern.

Bei einer Tasse Kaffee pro Tag sank das Risiko, in den folgenden 10 Jahren zu sterben, um 8 Prozent. Beim Konsum von 4 bis 5 Tassen täglich war das Sterberisiko um 12 Prozent niedriger verglichen mit Nichtkaffeetrinkern. Trank jemand 6 bis 7 Tassen Kaffee am Tag, verringerte sich die Sterbewahrscheinlichkeit um 16 Prozent. Auch bei einer täglichen Trinkmenge von über 8 Tassen Kaffee fanden die Wissenschaftler noch einen gesundheitlichen Vorteil.

Zwischen koffeinhaltigem und entkoffeiniertem Kaffee wies das Forscherteam keinen Unterschied auf die Lebenserwartung nach. Filterkaffe und Espresso hatten im Vergleich etwas positivere Effekte als die Verwendung von löslichem Kaffeepulver.

Langsamer Koffeinabbau schadet nicht

Der Koffeinmetabolismus, also die Geschwindigkeit des Koffeinabbaus im Körper, ist genetisch bedingt. Manche Menschen besitzen einen Stoffwechsel, der Koffein langsamer abbaut. Die britische Studie stellte keinen Zusammenhang zwischen dem Koffeinstoffwechsel und der Sterblichkeit fest. Die Lebenserwartung von Kaffeetrinkern stieg gleichermaßen bei Menschen mit schnellem und langsamen Koffeinmetabolismus.

Die Mediziner sahen ihre Ergebnisse als Bestätigung, dass Kaffee gesundheitsfördernd wirkt – und zwar auch bei Menschen, die viel davon trinken oder das darin enthaltene Koffein langsamer abbauen.

Quelle: Ärztezeitung

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Manchmal ist nicht nur Gepäck im Kofferraum, sondern auch noch blinde Passagiere wie zum Beispiel Stechmücken.

Exotische Mücken im Gepäck

Infektionsgefahr aus dem Süden

Tropische Infektionskrankheiten nehmen in Deutschland zu. Hamburger Wissenschaftler zeigten, auf welchem Weg exotische Überträgermücken nach Deutschland kommen und welche Gefahren sie mitbringen.

Einreise entlang der Autobahn

Die nur einige Millimeter große Asiatische Tigermücke überträgt für den Menschen gefährliche Krankheitserreger, zum Beispiel das Dengue-Virus. Dieses Virus löst eine grippeartige Erkrankung mit starken Muskel- und Gelenkschmerzen aus. Die Asiatische Tigermücke ist eigentlich in subtropischen und tropischen Gebieten wie Mittelamerika, Südostasien und der Karibik beheimatet. Laut Prof. Egbert Tannich vom Bernhardt-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg sei es im Sommer inzwischen nicht ungewöhnlich, im Breisgau oder entlang des Oberrheins einer Asiatischen Tigermücke zu begegnen.

Tannich und seine Kollegen entdeckten, dass sich exotische Krankheitserreger zunächst vor allem entlang der Hauptreiserouten an Autobahnraststätten ausbreiteten. Tannich erläutert: „Die Mücken reisen im Auto mit. Wenn sich an den Raststätten die Türen öffnen, gelangen sie ins Freie und legen Eier ab.“ Er führt aus, wie sich die Population vergrößert: „Es bilden sich rasch Brutstätten in Gefäßen, die Wasser enthalten. Das können Regentonnen, aber auch kleinere Gefäße sein. […] die Menschen berichten häufiger, von diesen Mücken gestochen worden zu sein. Wir veranlassen dann, dass die Brutstätten eliminiert werden.“

Steigende Fallzahlen beim Dengue-Fieber

Die Häufigkeit von Infektionen in Deutschland wie beispielsweise dem Dengue-Fieber erfasst das Robert Koch-Institut. In den Jahren von 2002 bis 2009 lag der höchste Wert bei 298 Erkrankungen pro Jahr. Danach nahmen die Meldungen deutlich zu: 2013 waren es 877 Fälle, 2016 erkrankten 957 Menschen und 2017 wurden 635 Infektionen übermittelt.

Die Gefahr von Dengue-Fieber-Ausbrüchen in Deutschland stuft Tannert noch als gering ein: „Damit sich die Krankheitserreger in den Überträgermücken vermehren und übertragen werden können, müssen die Außentemperaturen für längere Zeit mindestens 25 Grad Celsius betragen und dies ist bei uns auch im Sommer nur selten.“

Quelle: Ärztezeitung

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