08621 4003 alz-apo@t-online.de

News

Ein ausgewogenes Frühstück ist der beste Start in den Tag.

Machen Kohlenhydrate empfindlich?

Nahrung steuert Verhalten

Was Kohlenhydrate mit sozialen Entscheidungen zu tun haben, zeigte eine Untersuchung der Universität zu Lübeck: Die Teilnehmer einer Studie reagierten nach einem kohlenhydratreichen Frühstück sensibler auf Ungerechtigkeit.

Frühstücken im Namen der Wissenschaft

Der Körper nutzt Kohlenhydrate und Proteine zur Energiegewinnung und als Baustoffe. Außerdem regulieren sie im Gehirn, welche Botenstoffe verfügbar sind und bestimmen damit das Verhalten. Lübecker Ärzte und Psychologen untersuchten, wie sich die Zusammensetzung des Frühstücks auf das Verhalten bei sozialen Entscheidungen auswirkt. Das erste Frühstück der 24 Probanden bestand zu 80 Prozent aus Kohlenhydraten mit einem Protein- und Fettanteil von je 10 Prozent. Das Frühstück am zweiten Tag bestand bei gleicher Kalorienmenge zur Hälfte aus Kohlenhydraten, der Protein- und Fettanteil betrug jeweils 25 Prozent. Drei Stunden nach der Mahlzeit folgten Blutuntersuchungen und psychologische Tests zur Bewertung des Verhaltens.

Je mehr Kohlenhydrate umso sensibler

In einem der Tests, dem sogenannten Ultimatum Game, musste der Proband entscheiden, ob er das Angebot eines virtuellen Gegenspielers als fair empfindet und annimmt oder als unfair ablehnt. Prof. Sebastian Schmid fasst als Mitautor der Studie das Ergebnis zusammen: „Nach einem Frühstück mit hohem Kohlenhydratanteil waren die Probanden sehr viel empfindlicher gegenüber unfairen Angeboten als in der Versuchsbedingung mit einer ausgeglichenen Makronährstoffkomposition“. Ein höherer Kohlenhydratanteil war mit niedrigeren Mengen der Aminosäure Tyrosin im Blut verbunden. „Damit konnten wir verlässlich das Gerechtigkeitsverhalten der Probanden in statistischen Modellen vorhersagen“, erklärt Schmid. Von der Menge an Tyrosin kann auf die Konzentration des Überträgermoleküls Dopamin im Gehirn geschlossen werden.

Für Prof. Matthias Weber, Mediensprecher der Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie, hat das Ergebnis der Untersuchung ganz alltagspraktische Aspekte: „Wenn wir ableiten können, dass ein extrem unausgewogenes Verhältnis von Kohlenhydraten zu Proteinen in einer Mahlzeit direkt das Verhalten beeinflusst, dann sollte dem Thema ‚Ausgewogenheit der Nahrungszusammensetzung‘ mehr Gewicht beigemessen werden“.

Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)

| Von: Miriam Knauer Bildrechte:j.chizhe/Shutterstock.com
Ein erfrischende Abkühlung bringt müde Beine wieder auf Trab.

Was schwere Beine leichter macht

Hilfe bei Venenleiden

Die Venen und Muskeln in unseren Beinen leisten jeden Tag Schwerstarbeit: Viele tausend Liter Blut pumpen sie täglich in Richtung Herz zurück. Verständlich, dass unsere Beine mal ermüden. Betroffene wissen, was das bedeutet: Sie werden schwer und schwellen womöglich sogar an, meist gegen Abend. Welche Hilfsmittel Sie in Ihrer Apotheke erhalten und 10 Tipps, damit Sie gut durch den Tag kommen.

Jucken, Kribbeln, Wadenkrämpfe: die ersten Warnsignale

Ursachen für ein Venenleiden gibt es viele: Vielleicht gibt es in Ihrer Familie eine Veranlagung zur Bindegewebsschwäche. Auch ein paar Pfunde zu viel und Rauchen begünstigt die Entstehung von Venenleiden. Zu Beginn bemerken Sie ein Kribbeln in den Beinen, Sie spüren ein Spannungsgefühl in den Unterschenkeln, Ihre Knöchel schwellen an und nachts wachen Sie manchmal wegen eines Wadenkrampfes auf. Dies sind möglicherweise die ersten Zeichen für eine chronische Venenerkrankung.

Tipp: Sie haben viele Möglichkeiten, selbst etwas gegen schwere Beine zu tun! Informieren Sie sich zum Beispiel auf den Seiten der Deutschen Venen-Liga über vorbeugende Übungen, die Sie am Arbeitsplatz oder in Ihrer Freizeit problemlos machen können. Nutzen Sie das Verzeichnis für Gefäßspezialisten, so genannte Phlebologen, oder tauschen Sie sich online mit anderen Betroffenen aus.

Gar nicht wie zu Großmutters Zeiten: Stütz- und Kompressionsstrümpfe

Damit sich aus einer leichten Venenschwäche gar nicht erst unschöne Krampfadern entwickeln, ist das Tragen von Stütz- und Kompressionsstrümpfen sinnvoll. Die lästigen Besenreißer bilden sich zwar nicht zurück, aber die Durchblutung in Ihren Beinen verbessert sich sofort. Stützstrümpfe erhalten Sie frei verkäuflich im Handel. Sie eignen sich vorrangig für venengesunde Menschen. Kompressionsstrümpfe gibt es in unterschiedlichen Kompressionsklassen. Medizinische Kompressionsstrümpfe sollten genau auf Ihre Bedürfnisse maßgeschneidert sein. Konsultieren Sie Ihren Arzt, er berät Sie über Ihre Möglichkeiten und kann Ihnen bei Bedarf ein Rezept ausstellen.

Anders als früher haben Sie eine große Auswahl an Strumpflängen und -ausführungen; ob bis zum Knie oder hüftlang, ob hauchzart oder blickdicht – Ihnen steht eine Vielzahl von Modellen in trendigen Farben zur Verfügung.

Tipp: Speziell für die Reisezeit gibt es kurze Kompressionsstrümpfe, mit denen Sie das lange Sitzen in Bus oder Flugzeug fast nicht bemerken. Erkundigen Sie sich in Ihrer Apotheke oder im Sanitätshandel.

Wirkstoff und Massage: die Behandlung mit Salben und Cremes

Schnelle Linderung bei geschwollenen Beinen verschaffen Ihnen kühlende Gele und Cremes mit abschwellenden und schmerzlindernden Wirkstoffen wie Heparin, Aescin aus der Rosskastanie oder einem Extrakt aus dem roten Weinlaub (zum Beispiel Vetren® Salbe, Reparil® Gel N, Antistax® Venencreme). Informieren Sie sich in ihrer Apotheke, welcher Wirkstoff für Sie in Frage kommt.

Tipp: Kombinieren Sie ein abschwellendes Gel oder eine wohltuende Salbe mit Stütz- oder Kompressionsstrümpfen. Das Gewebe nimmt bei gründlicher Handwäsche der Strümpfe keinen Schaden.

Hilfe aus der Natur: pflanzliche Arzneimittel

Den Wasseransammlungen (Ödeme) im Bereich der Knöchel und Unterschenkel können Sie mit einer großen Palette an Wirkstoffen aus der Natur zu Leibe rücken: Tabletten mit einem Trockenextrakt aus Rosskastaniensamen wie zum Beispiel Venoplant® retard S, Aescusan® retard, Venentabs-ratiopharm® helfen bei Schwere- und Spannungsgefühl, Schmerzen und Wadenkrämpfen. Zubereitungen aus dem roten Weinlaub und den Wurzeln des Stechenden Mäusedorns regen die Blutzirkulation an und beugen Ödemen vor (zum Beispiel Antistax® extra Venentabletten, Phlebodril® Venenkapseln). Der gefäßabdichtende Inhaltsstoff Rutin ist in Buchweizenextrakten und den Knospen des Japanischen Perlschnurbaums enthalten und verhindert den Wasserdurchtritt ins Bindegewebe (zum Beispiel Troxerutin-ratiopharm® 300 mg Weichkapseln, Veno SL® 300 Hartkapseln).

Hinweis: Für alle pflanzlichen Arzneimittel gilt: Sie müssen etwas Geduld mitbringen, da ein Behandlungserfolg erst nach einigen Wochen zu erwarten ist.

Mit diesen 10 Tipps kommen Sie leichter durch den Tag:

  • Halten Sie sich am besten an das Motto „Viel laufen und gehen, wenig sitzen und stehen“. Sie werden merken: Bald bessern sich Ihre Beschwerden.

  • Tragen Sie so oft wie möglich flache Schuhe. Hohe Schuhe behindern die Pumparbeit der Beinmuskulatur.

  • Bauen Sie so viel Bewegung wie möglich in Ihren Alltag ein: Nehmen Sie die Treppe statt dem Aufzug, fahren Sie kleinere Strecken mit dem Rad und legen Sie spätestens alle zwei Stunden eine Bewegungspause ein.

  • Nutzen sie das große Angebot an Gymnastikkursen, entweder in einem Studio vor Ort oder ganz bequem zu Hause am Computer: Geben Sie das Stichwort „Venengymnastik“ ein. Sie werden verblüfft sein, wie viele Videos zum Mitmachen es gibt.

  • Lagern Sie die Beine wann immer möglich hoch. So regen Sie den venösen Rückfluss an.

  • Kaltes Abwaschen der Beine ist im Sommer besonders angenehm. Verzichten Sie dabei ruhig auf das Abtrocknen.

  • Achten Sie darauf, dass Socken oder Hosen an den Knöcheln und in den Kniekehlen nicht einschnüren.

  • Schlagen Sie nicht die Beine übereinander, wenn Sie sitzen.

  • Entdecken Sie Sport für sich: Wollten Sie nicht schon lange einen Tanzkurs belegen? Oder schließen Sie sich der örtlichen Nordic Walking-Gruppe an. Auch Schwimmen, Rad fahren und wandern eignen sich zur Vorbeugung von Venenleiden.

  • Meiden Sie große Hitze. Ab und zu ein Gang in die Sauna ist unproblematisch, aber lange Wannenbäder oder Aufenthalte in der Sonne verstärken Ihre Beschwerden.

Quelle: Claudia Bruhn: Nichts versacken lassen, Deutsche Apotheker Zeitung, Seite 32, Ausgabe 22/2017 vom 01.06.2017.

| Von: Simone Lang Bildrechte:Kzenon/Shutterstock.com
Ein erholsamer Nachtschlaf bei kühlen Temperaturen fördert die Leistungsfähigkeit.

Kühlen Kopf bewahren

Hitze schlecht fürs Denken

Eine amerikanische Studie untersuchte das Denkvermögen von Studenten während einer Hitzeperiode in Boston. Kühlere Temperaturen in der Nacht garantierten bessere Testergebnisse.

Mehr Leistungsfähigkeit mit Klimaanlage

An der Untersuchung der Harvard Chan-Akademie für Umweltmedizin in Boston nahmen 44 gesunde Studenten für insgesamt 12 Tage teil. Die jungen Probanden lebten entweder in einem klimatisierten Studentenwohnheim mit einer Durchschnittstemperatur von 21,4 Grad Celsius (Spannweite von 17,5 bis 25 Grad Celsius) oder in einem Gebäude ohne Kühlung. Hier lag die durchschnittliche Temperatur bei 26,3 Grad Celsius mit einer Spanne von 19,6 bis 30,4 Grad Celsius. Sofort nach dem Aufwachen am Morgen nahmen die Studenten über ihre Smartphones an einem einfachen Wörter- und Rechentest teil. Weitere Faktoren wie Lärmbelastung, Schlaf- und Trinkgewohnheiten berücksichtigten die Umweltmediziner bei der Studienauswertung.

Während einer Hitzeperiode, die auf 5 Tage sommerliche Normaltemperaturen folgte, sank die Leistungsfähigkeit der Studenten ohne Klimaanlage deutlich: Sie benötigten über 13 Prozent länger als ihre Kommilitonen, die Farbe von Wörtern richtig zu erkennen. Ein ähnliches Resultat ergab der Rechentest.

Hitzewellen betreffen Jung und Alt

„Die meiste Forschung zu Auswirkungen von Hitze auf die Gesundheit wurde bisher an Risikogruppen, etwa Älteren, gemacht. So entstand der Eindruck, dass die Allgemeinbevölkerung durch Hitzewellen nicht beeinträchtigt wird“, erläutert Mitautor Jose Guillermo Cedeno Laurent das Ziel der Untersuchung. Alexandra Schneider, Epidemiologin vom Helmholtz Zentrum in München, ist der Meinung, dass die Ergebnisse der Studie auf Deutschland durchaus übertragbar sind. Dass man bei hohen Temperaturen und vor allem nach durch Hitze beeinträchtigtem Nachtschlaf nicht so leistungsfähig ist, findet sie nicht überraschend. „Auch für andere gesundheitliche Folgen großer Hitze ist die fehlende nächtliche Abkühlung des Körpers der springende Punkt.“

Damit man auch bei großer Hitze im Alltag leistungsfähig bleibt, empfehlen Experten, ausreichend zu trinken und arbeitsintensive Phasen möglichst in kühlere Zeiträume zu verlegen.

Quelle: Ärztezeitung

| Von: Simone Lang Bildrechte:ESB Professional/Shutterstock.com
Eine Infektion mit antibiotikaresistenten Keimen kann zu Durchfall und Bauchkrämpfen führen.

Resistente Darmbakterien

Gefährliches Reise-Souvenir

Ärzte warnen vor antibiotikaresistenten Darmkeimen, die von Fernreisenden importiert werden. Antibiotika wie Penicillin und Cephalosporin verlieren bei diesen Bakterien ihre Wirksamkeit.

Penicillinpräparate wirkungslos

Touristen aus Asien oder dem Nahen Osten sind bei ihrer Rückkehr unter Umständen Träger von bestimmten Darmbakterien, die nicht auf die Behandlung mit Antibiotika wie Penicillin und Cephalosporin ansprechen. Diese Enterobakterien bilden ein Eiweiß, die Betalaktamase, mit dessen Hilfe sie Betalaktam-Antibiotika abbauen und unwirksam machen. Sie werden auch als ESBL-Keime bezeichnet (ESBL für Extended-Spectrum-Betalaktamase). Betalaktam-Antibiotika werden in Europa zur Behandlung von Infektionen mit dem Bakterium Escherichia coli eingesetzt.

„Speziell Fernreisen in Regionen mit hohen Zahlen ESBL-Trägern sind risikobehaftet“, erklärt Prof. Andreas Stallmach vom Universitätsklinikum Jena. Führend sei dabei Südostasien mit über 1 Milliarde ESBL-Trägern, gefolgt von den westpazifischen Staaten, dem Vorderen Orient und Afrika mit insgesamt 110 Millionen Betroffenen.

Import durch Fernreisende

Besonders unter einfachen hygienischen Bedingungen und bei eingeschränktem Zugang zu sauberem Trinkwasser verbreiten sich die ESBL-Keime. Rucksacktouristen sind häufig von einer Besiedelung mit ESBL-Bakterien betroffen. Auch nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub sind die Keime noch viele Monate im Darm nachweisbar und stellen eine Gefahr für immunschwache und kranke Personen dar. Zusätzlich verändern die Keime mit dem ESBL-Resistenzgen die Zusammensetzung der mikrobiellen Darmgemeinschaft, dem so genannten Mikrobiom. Das Mikrobiom beeinflusst die Ausbildung von Darm- und Lebererkrankungen sowie nachweislich die Neigung zu Fettleibigkeit und Diabetes.

Quelle: Ärztezeitung

| Von: Simone Lang Bildrechte:Nixx Photography/Shutterstock.com
Gesunde Füße sind besonders bei Diabetikern wichtig.

Amputationen bei Diabetikern

Zu oft und zu schnell

Viele der jährlich etwa 50.000 Fußamputationen bei Patienten mit Diabetes sind nach Einschätzung von Experten vermeidbar. Teamarbeit zwischen den Ärzten und spezialisierte Kliniken verringern das Amputationsrisiko.

Weniger Amputationen in spezialisierten Einrichtungen

Oft beginnen die Probleme bei Diabetikern mit einer kleinen Verletzung am Fuß oder zu engen Schuhen. Ralf Lobmann vom Klinikum Stuttgart und Vorstandsmitglied der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) erläutert: „Durch ihre Krankheit nehmen viele Diabetiker alles unterhalb des Knies nicht mehr aktiv wahr – auch keine Schmerzen. Zudem ist bei Diabetes das Immunsystem beeinträchtigt und so heilen Wunden schlechter.“

Ein Patient, der in ein Regelversorgungskrankenhaus komme, hat laut Lobmann ein Risiko von 10 bis 20 Prozent für eine Amputation. Durch regelmäßige Kontrollen, ein engmaschiges Therapienetz und vor allem gute Zusammenarbeit mehrerer Experten […] im Krankenhaus könne das Risiko für eine Amputation von 10 auf 3 Prozent gesenkt werden, führt Lobmann weiter aus. Er bezieht sich auf so genannte Majoramputationen, bei denen das Bein bis kurz unterhalb des Knies abgenommen wird. Hinzu kommt noch eine große Zahl kleinerer Amputationen von zum Beispiel einzelnen Zehen. „In einer zertifizierten Einrichtung der DDG liegt die Amputationsrate bei Majoramputation bei 3,1 Prozent. Das können wir anhand von über 30.000 Patientenfällen nachweisen“, fasst Lobmann zusammen.

Zeit für eine zweite Meinung vor Amputation

Auch, wenn die Zahl der Amputationen leicht gesunken sei, ist Lobmann der Meinung: „Es sind immer noch zu viele.“ In diesem Zusammenhang sieht er eher kritisch, dass die Vergütungen für die meist langwierige, konventionelle Behandlung gekürzt und die für Amputationen erhöht wurde. Die DDG sieht die Notwendigkeit einer ärztlichen Zweitmeinung vor Amputationen. Lobmann betont: „Die meisten Amputationen sind planbar. Da ist es nicht entscheidend, ob sie nach 24 oder 48 Stunden stattfinden.“

Quelle: Berufsverband Deutscher Internisten e. V.

| Von: Simone Lang Bildrechte:Yuri Kravchenko/Shutterstock.com
Praktisch, aber nicht ganz unbedenklich: vorgeschnittene Salatmischungen.

Zerkleinertes Obst und Blattsalate

Kühlen ist Pflicht

Verzehrfertige Obststücke und vorgeschnittene Blattsalate sind praktisch und beliebt. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) prüft regelmäßig den Keimgehalt der Packungen und gibt Verbrauchertipps.

Verunreinigung mit Pilzen und Bakterien

Zerkleinertes Obst im Becher ist ein praktischer Snack für unterwegs und ein in Folie verpackter, vorgeschnittener Blattsalat spart Zeit. Doch Vorsicht: Es handelt sich in jedem Fall um leicht verderbliche Lebensmittel. In der Plastikverpackung bildet sich Feuchtigkeit und die große Oberfläche der zerkleinerten Rohkost bietet Keimen ideale Wachstumsbedingungen. Für Produktion und Verkauf von vorgeschnittenem Obst und Blattsalaten gelten deshalb besondere Hygienevorschriften. In regelmäßigen Abständen prüft das BVL bundesweit die mikrobiologische Sicherheit von verzehrfertig verpacktem Obst und Blattsalaten.

Im Jahr 2016 stand kleingeschnittenes Obst in Plastikverpackungen auf dem Prüfstand. Die Untersucher wiesen in etwa jeder fünften Packung Schimmelpilze nach. Sie fanden in 9 Prozent der Packungen Hefepilze und 11 Prozent der Proben enthielten Enterobakterien. Diese Bakterien kommen im Verdauungstrakt vor und sind für Durchfallerkrankungen sowie Harnwegsinfektionen verantwortlich.

Im Jahr 2015 untersuchte das BVL geschnittene Blattsalate und fand in Einzelfällen potenziell krankmachende Keime. Eine von 391 Packungen enthielt Salmonellen. Die stäbchenförmigen Bakterien verursachen häufig Magen-Darm-Infektionen.

Tipps für Einkauf und Haushalt

Für Obst und Salat besteht bereits beim Anbau das Risiko einer Verunreinigung mit Mikroorganismen. Während der Verarbeitung und nach dem Kauf erfolgt in der Regel kein Abtöten der Keime mehr: Obst und Salat werden roh verkauft und verzehrt. Aus diesem Grund rät das BVL dem Verbraucher, unbedingt auf eine gekühlte Lagerung im Laden sowie auf die Daten für Verbrauch oder Mindesthaltbarkeit zu achten. Braune Stellen, viel Flüssigkeit in der Verpackung oder eine Wölbung der Folie sind Hinweise darauf, dass das Nahrungsmittel unsachgemäß gelagert wurde. Zuhause ist eine Aufbewahrung im Kühlschrank Pflicht.

Quelle: BVL

| Von: Miriam Knauer Bildrechte:vincent noel/Shutterstock.com
Bis ins Alter schön bleiben - gesunde Ernährung hilft dabei.

Gesunde Ernährung beugt Falten vor

Bei Frauen helfen Obst und Gemüse

Eine niederländische Studie lieferte neue Erkenntnisse im Kampf gegen Falten: Ältere Frauen, die sich gemüse- und obstreich ernährten, hatten weniger Gesichtsfalten. Für Männerhaut bestätigte sich dieser Zusammenhang nicht.

Viele Falten bei Rauchern und Sportlern

Das Team um die Dermatologin Selma Mekic von der Erasmus-Universität Rotterdam befragte in einer Studie über 2.700 Personen mit einem Durchschnittsalter von 67 Jahren zu ihren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten. Außerdem fotografierten sie die Gesichter der Teilnehmer und berechneten mit einem Computerprogramm den Faltenanteil.

Ältere Menschen wiesen mehr Falten auf als jüngere und Raucher mehr als Nichtraucher. Diese Ergebnisse galten für Frauen und Männer. Der negative Einfluss des Rauchens auf weibliche Haut war größer als auf Männerhaut: Die Haut von Raucherinnen war um 38 Prozent, die von männlichen Rauchern um 15 Prozent faltiger als die der Nichtraucherinnen und Nichtraucher. Beim Vergleich der sportlichen Aktivität hatten Sportlerinnen und Sportler deutlich mehr Gesichtsfalten als weniger sportliche Menschen.

Positiver Effekt gesunder Ernährung nur bei Frauen

Die Auswirkungen der Ernährung auf Falten im Gesicht untersuchten die Wissenschaftler mit einem Punktesystem. Je stärker sich ein Teilnehmer an die niederländische Ernährungsempfehlung hielt, umso mehr Punkte erreichte er auf einer Skala von 0 bis 100. Der Durchschnittswert der Niederländer liegt bei 60 Punkten.

Die Forscher zeigten, dass mit jeder Zunahme um 10 Punkte der Faltenanteil im Gesicht bei Frauen um 4,4 Prozent sank. Die wenigsten Falten hatten Frauen, die sich mit viel Gemüse und eher weißem statt rotem Fleisch ernährten sowie Frauen mit obstreicher Kost. Für Männer zeigte sich kein Zusammenhang mit der Ernährung.

Mekic und Kollegen zogen als Schluss, dass zumindest bei Frauen eine Ernährung mit hohem Anteil an Schweine- oder Rindfleisch die Faltenbildung beschleunigt. Umgekehrt vermuteten sie, dass der Verzehr von viel Obst und Gemüse aufgrund der pflanzlichen Inhaltsstoffe die Hautalterung bei Frauen verlangsamt.

Quelle: Ärzte Zeitung Online

| Von: Miriam Knauer Bildrechte:Ruslan Guzov/Shutterstock.com
Für gepflegte und schöne Lippen hält Ihre Apotheke verschiedene Präparate bereit.

Lippenherpes selbst behandeln

Rezeptfreie Hilfe aus der Apotheke

Endlich Ferien! Doch bei der Fahrt zum Flughafen bemerken Sie ein unangenehmes Ziehen und Kribbeln an den Lippen. Stress, Erschöpfung oder eine Klimaveränderung reichen aus, um den schlummernden Herpes-Virus zu aktivieren. Was Sie gegen das Spannungsgefühl und die unschönen Bläschen tun können.

Zur richtigen Zeit das richtige Präparat

Häufig bereits im Kindesalter infizieren sich neun von zehn Menschen unbemerkt mit dem Herpesvirus. Viele Virusträger leben ihr ganzes Leben unbehelligt, nur bei einigen Menschen wird die Infektion mit dem Herpes simplex Typ-1-Virus zum wiederkehrenden Ärgernis.

Kribbeln, Brennen und ein Spannungsgefühl im Lippenbereich – das sind die ersten Anzeichen für einen Herpes-Ausbruch. Wenn Sie zu den Betroffenen gehören, ist die erste Wahl in diesem frühen Stadium eine Salbe, die Sie lokal auf die schmerzende Stelle auftragen. Präparate mit den Wirkstoffen Aciclovir (zum Beispiel Zovirax® Lippenherpescreme) und Penciclovir (zum Beispiel Pencivir®) erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke. Beide verhindern die Virusvermehrung und Sie dürfen die Cremes bis zu sechsmal am Tag auftragen. Für die ersten Tage eines Herpes-Ausbruchs eignet sich auch eine Lippencreme mit dem Wirkstoff Docosanol (zum Beispiel Muxan®).

Tipp: Das rezeptfreie Kombinationspräparat Zovirax® Duo enthält zusätzlich 1 Prozent Hydrokortison für ein schnelles Abheilen der Wunde.

Wenn die Bläschen da sind: austrocknen und heilen

Die Lippenbläschen sind nicht nur unschön, sie enthalten auch eine große Anzahl infektiöser Viren. Nach 3 bis 4 Tagen platzen die Bläschen auf und hinterlassen schmerzhafte Wunden. Am besten verwenden Sie Zink-haltige Gele wie zum Beispiel Virudermin® Gel, Widmer® Lipactin Gel. Auch Silizium-Gele binden die Wundflüssigkeit zuverlässig (zum Beispiel SOS® Lippen-Herpes-Gel). Eine Ansteckung mit Bakterien vermeiden Sie mit Cremes, die die Wirkstoffe Clioquinol (zum Beispiel Linola® sept) oder Tyrothricin (zum Beispiel Tyrosur®) enthalten.

Hinweis: Vermeiden Sie in dieser Phase unbedingt den engen Körperkontakt mit anderen Menschen. Für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem wie Neugeborene, Senioren oder Krebspatienten kann der Kontakt mit Herpesviren sogar gefährlich sein.

Machen Sie Herpes unsichtbar: abkleben und überschminken

In Ihrer Apotheke erhalten Sie kleine Pflaster oder Herpespatches, mit deren Hilfe die Herpesbläschen fast verschwinden. Die Minipflaster schützen Ihre Lippen vor einer bakteriellen Entzündung und Ihre Mitmenschen vor einer versehentlichen Übertragung des Virus. Die Herpespflaster fördern mit der enthaltenen Hydrokolloidschicht das Abheilen der Wunde (zum Beispiel Zoviprotect® Lippenherpes Patch, Compeed® Herpesbläschen Pflaster, Herpes-Patch Wund med®) und lindern den unangenehmen Juckreiz.

Tipp: Die Herpespflaster lassen sich problemlos mit Make-up oder Lippenstift überschminken.

Homöopathie bei Herpes: Ihr Apotheker berät Sie

Sind Sie auf der Suche nach einer Alternative zur Schulmedizin? Lassen Sie sich von Ihrem Apotheker zum geeigneten Wirkstoff und zur Dosierung von homöopathischen Mitteln wie beispielsweise Rhus toxicodendron, Dulcamara oder Hepar sulfuris beraten.

Hinweis: Die Selbstmedikation bei Herpes hat Grenzen. Heilt der Lippenherpes auch nach einer Woche nicht ab, bildet sich in den Bläschen Eiter oder kommt sogar Fieber hinzu, ist ein Besuch beim Arzt dringend anzuraten.

Ein paar Verhaltensregeln, wenn Sie merken, dass ein Herpes-Ausbruch droht:

  • Berühren Sie die Lippenbläschen nicht.

  • Kratzen Sie die Bläschen nicht auf und vermeiden Sie unbedingt, dass Sie den Virus auf die Augen übertragen. Am besten tragen Sie in der Zeit eines Herpes-Ausbruchs keine Kontaktlinsen.

  • Vermeiden Sie von sich aus engen Kontakt mit anderen Menschen, ganz besonders mit Schwangeren und Kleinkindern.

  • Teilen Sie auf keinen Fall Besteck, Tassen, Handtücher, Waschlappen oder Kosmetika mit anderen Mitgliedern Ihres Haushalts.

  • Meiden Sie starkes Sonnenlicht und verwenden Sie einen Sunblocker für die Lippen.

Quelle: Dr. Claudia Bruhn: Lucky lips, Deutsche Apotheker Zeitung, Seite 32, Ausgabe 21/2018 vom 24.05.2018.

| Von: Simone Lang Bildrechte:Artem Furman/Shutterstock.com
Sport und Spaß mit den Kindern zusammen genießen macht doppelt Freude.

Bewegungsarmut bei Kindern

Eltern als (un)sportliches Vorbild

Neun von zehn Kindern bewegen sich weniger als eine Stunde am Tag. Dies ergab eine von der AOK durchgeführte Eltern-Umfrage. Kinder nehmen sich bei körperlicher Aktivität die Eltern als Beispiel.

Körperlich aktiv in der Freizeit: kein Widerspruch

Der stellvertretende Vorsitzende des AOK-Bundesverbandes Jens Martin Hoyer bringt die Ergebnisse der Familienstudie auf den Punkt: „Wir haben ein dickes Problem.“ Fast jeder dritte Vater und jede zweite Mutter sind übergewichtig, besitzen also einen Body-Mass-Index (BMI) über 25. Übergewicht ist eng verbunden mit zu wenig Bewegung. Die AOK-Studie bestätigte: Bei drei Vierteln der normalgewichtigen Eltern gehört körperliche Aktivität untrennbar zur Freizeitgestaltung dazu, bei übergewichtigen oder adipösen Eltern (BMI über 30) sind nur 33 beziehungsweise 43 Prozent dieser Meinung.

Knapp jedes zweite Elternteil bewegt sich zusammen mit seinem Kind (45 Prozent). Bei Eltern von Vier- bis Sechsjährigen sind es 57 Prozent, bei Eltern von Kindern im Alter zwischen 11 und 14 Jahren sieht es schlechter aus: Hier sind nur 27 Prozent der Eltern gemeinsam mit den Kindern aktiv.

Die Ursachen für den Bewegungsmangel sind vielfältig: Neben Übergewicht spielen fehlende Zeit, psychische Probleme und Konflikte in der Partnerschaft eine Rolle.

Bewegungsmangel führt zu gesundheitlichen Problemen

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für Kinder eine tägliche körperliche Aktivität von mindestens 60 Minuten. Nur jedes 10. Kind erfüllte in der AOK-Familienstudie dieses Kriterium. Dem gegenüber waren 39 Prozent der Kinder schlecht gelaunt, jedes fünfte Kind hatte Einschlafprobleme und jedes zehnte litt unter regelmäßigen Bauchschmerzen. Auch die Eltern erkannten die negativen Folgen von zu wenig Bewegung und wünschen sich zu 80 Prozent mehr Spiel- und Sportplätze im Freien.

Quelle: Ärztezeitung

| Von: Simone Lang Bildrechte:Evgeny Atamanenko/Shutterstock.com
Abgeschlagenheit und depressive Verstimmungen können Folgen eines Hormonmangels sein.

Testosteronmangel bei Männern

Risiko für Diabetes steigt

Eine große deutsche Studie untersuchte die Häufigkeit eines Testosteronmangels und die Auswirkungen auf den Stoffwechsel. Bei zu geringem Testosteronspiegel erkrankten Männer häufiger an Diabetes Typ 2. Experten raten zur Vorsorge.

Hormondefizit mit Folgen

Eine bundesweite Studie der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e. V. (DGMG) ermittelte bei über 20.000 Männern den Spiegel des männlichen Sexualhormons Testosteron. Bei fast jedem siebten Studienteilnehmer lag ein deutlicher Testosteronmangel vor – Ärzte sprechen in solchen Fällen von Hypogonadismus. Die Symptome eines Testosteronmangels sind oft wenig eindeutig und individuell verschieden. Neben Abnahme der sexuellen Lust (Libidoverlust) und Erektionsstörungen kommt es zu depressiven Gedanken, Erschöpfung, Hitzewallungen und der Zunahme von Körperfett.

Die Studienergebnisse zeigten deutliche Auswirkungen des Hormondefizits auf den Stoffwechsel: Männer mit Hypogonadismus litten häufiger an Diabetes Typ 2 als Männer mit unauffälligem Testosteronwert (Zunahme um 68 Prozent). Davon sind nach Expertenmeinung oft auch Männer ohne typische Risikofaktoren für Diabetes wie zum Beispiel Übergewicht betroffen. Umgekehrt kann bei Diabetikern mit Symptomen wie Abgeschlagenheit und Erektionsstörungen ein bisher unerkannter Testosteronmangel vorliegen.

Vorsorgeuntersuchungen für Männer ab 45 ratsam

Internationale Arbeiten weisen darauf hin, dass Männer mit Testosteronmangel und Diabetes Typ 2 ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko haben im Vergleich zu Betroffenen ohne begleitenden Diabetes. „Deshalb empfehlen die aktuellen europäischen Leitlinien bei Männern mit Erektionsstörungen, Diabetes oder mit großem Übergewicht eine Testosteronbestimmung zur Abklärung eines Testosteronmangels“, erklärt der Urologe Tobias Jäger. Für Männer ohne Beschwerden rät der Präsident der DGMG Prof. Frank Sommer, dass sie ab 45 Jahren regelmäßig die Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt wahrnehmen sollten.

Quelle: Berufsverband Deutscher Internisten e. V.

| Von: Miriam Knauer Bildrechte:Syda Productions/Shutterstock.com
Die Gehirnströme werden beim EEG über Elektroden auf der Kopfhaut gemessen.

Draufgänger oder Angsthase?

Risikobereitschaft ist vorhersagbar

Psychologen der Universität Jena machten den Prozess für mehr oder weniger risikoreiche Entscheidungen über Messung der Gehirnströme sichtbar. Sie sagten erfolgreich das Risikoverhalten bestimmter Personen voraus.

Risikoverhalten beim Kartenspiel

Projektleiterin Barbara Schmidt vom Institut für Psychologie der Universität Jena erklärt das Experiment: „Im Vorfeld haben wir mit Hilfe eines Fragebogens 20 sehr ängstliche und 20 wenig ängstliche Personen ausgewählt. Während des eigentlichen Experiments sollten die Probanden dann in mehreren Runden aus jeweils zwei verdeckten Karten eine umdrehen, wodurch sie maximal elf Cent pro Durchgang gewinnen konnten. Wichtig ist dabei, dass sie sich zwischen zwei Varianten entscheiden müssen: entweder eine risikoreiche mit Gewinnen von entweder elf oder null Cent und eine risikoarme, bei der die Testpersonen entweder fünf oder sechs Cent gewinnen konnten. Der Erwartungswert war mit 5,5 Cent immer gleich.“ Die ängstlichen Personen wählten häufiger die risikoarme Variante.

Gehirnaktivität spiegelt Abwägen von Risiko wieder

Während des Versuchs zeichneten die Wissenschaftler ein Elektroenzephalogramm (EEG) auf, das die Hirnströme sichtbar macht. Ein bestimmtes Signal – die Frontal Midline Theta Power – war besonders dann erhöht, wenn die Probanden ihre Entscheidung trafen. „Mit unserer Untersuchung ist es uns nun gelungen darzustellen, dass die Frontal Midline Theta Power eine erhöhte kognitive Kontrolle, also ein intensiveres Abwägen, während des Entscheidungsprozesses anzeigt“, erläutert Schmidt das Ergebnis. „Wir haben die psychologische Ausgangssituation, die dazu passende Hirnaktivität […] und das daraus resultierende Verhalten. Die Verbindung zwischen Ängstlichkeit und dem damit verbundenen Verhalten ist also komplett erklärt.“

Schmidt möchte in weiteren Studien die gewonnenen Erkenntnisse auf das Feld der Hypnose anwenden. „Ich möchte […] beispielsweise herausfinden, ob Menschen mehr Risiko eingehen, wenn man ihnen unter Hypnose vermittelt, dass sie sich sicher fühlen.“

Quelle: eurekalert

| Von: Simone Lang Bildrechte:Romaset/Shutterstock.com
Ein lebenslanges Normalgewicht ist gut für Gelenke und Gelenkprothesen.

Hoher BMI fördert Gelenkverschleiß

Übergewicht schadet Knieprothese

Normales Körpergewicht schont die Gelenke und vermeidet in einigen Fällen den Einsatz von künstlichen Kniegelenken. Auch Menschen mit Knieimplantat profitieren von einem Body-Mass-Index (BMI) im Normalbereich.

Normalgewicht macht viele Operationen überflüssig

Prof. Karl-Dieter Haller, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie ist sicher: „Übergewicht geht auf die Kniegelenke und ist einer der Hauptgründe für Arthrose.“ Je höher der BMI, desto schneller schreite der schmerzhafte Gelenkverschleiß voran. „Bei Übergewichtigen tritt die Kniegelenksarthrose oft schon in jungen Jahren auf“, ergänzt Heller. Schon 5 Kilogramm zu viel verdoppeln das Risiko, an einer Kniearthrose zu erkranken.

Zahlen des Robert Koch-Instituts belegen: Etwa 7 von 10 Männern und jede zweite Frau im Alter zwischen 18 und 79 Jahren sind übergewichtig, besitzen also einen BMI über 25. Jeder vierte Erwachsene gilt als adipös und liegt mit seinem BMI über 30. Mit dem Körpergewicht steigen auch die Risiken für Operationen. „Übergewicht geht oft mit Mehrfacherkrankungen, etwa Herz-Kreislauf-Problemen in Kombination mit Diabetes, einher“, erklärt Heller. Ausmaß und Tiefe des Operationsschnitts sind größer und die Präzision des operativen Eingriffs könne laut Heller beeinträchtigt sein. „Die Fettschicht ist schlechter durchblutet und damit auch die darüberliegende Haut. Dadurch sind die Wundränder unterversorgt und können absterben, […] der Nährboden für Infektionen ist damit gelegt.“

Gut vorbereitet in Prothesen-Operation

„Wir empfehlen unseren Patienten deshalb, vor einer geplanten Prothesen-OP abzunehmen und etwas für die allgemeine Fitness zu tun“, sagt Prof. Florian Gebhard, Präsident der AE-Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik. Übergewichtigen, die wenig trainiert sind, rät Gebhard, auf Elektrofahrräder umzusteigen. Sie schonen die Gelenke und unterstützen bei Anstiegen. Auch nach der Operation fordert Heller von den Patienten, regelmäßig ihr Gewicht zu kontrollieren und aktiv zu bleiben, denn auch das künstliche Gelenk profitiere von weniger Kilos und trainierter Muskulatur.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V.

| Von: Simone Lang Bildrechte:OHishiapply/Shutterstock.com
Egal, ob natürliche Zähne oder Zahnersatz: Pflege und Nachkontrolle verhindern Entzündungen.

Entzündete Zahnimplantate

Implantate pflegen wie eigene Zähne

Ähnlich wie an natürlichen Zähnen entwickeln sich Entzündungen auch an künstlichem Zahnersatz. Regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt und gute häusliche Zahnpflege verringern das Risiko, dass sich Beläge bilden und das Zahnimplantat schädigen.

Am Anfang steht der Zahnbelag

In Deutschland werden pro Jahr etwa 1 Million Zahnimplantate eingesetzt. Durch schlechte Mundhygiene bildet sich an diesem Zahnersatz ein Belag, genau wie an natürlichen Zähnen. Zahnbelag – auch Plaque genannt – löst eine Entzündung der Mundschleimhaut (Mukositis) aus. „Wenn dieser Belag gründlich entfernt wird und sich die Mundhygiene verbessert, heilt die Entzündung binnen weniger Wochen“, erklärt Prof. Frank Schwarz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Implantologie im Zahn-, Mund- und Kieferbereich e. V. (DGI). Bleibt die Entzündung unbehandelt, greift sie in der Folge tiefere Gewebeschichten und den Kieferknochen an. Zahnärzte sprechen in diesem Fall von einer Periimplantitis. Als Komplikation droht der Verlust der künstlichen Zahnwurzel.

Aktuelle Studienergebnisse belegen die Häufigkeit von Entzündungen bei Zahnimplantaten. Eine schwedische Forschergruppe untersuchte knapp 600 Betroffene, die bereits 9 Jahre ein Implantat trugen. Ein Drittel der Probanden litt an einer Mukositis. Bei fast der Hälfte der Patienten mit Mukositis lag bereits eine Periimplantitis vor: Die Entzündung hatte den Kieferknochen erfasst und zu einem Gewebeabbau geführt.

Prohpylaxe ist entscheidender Faktor

„Patienten mit chronischer Parodontitis, schlechter Plaquekontrolle und fehlender regelmäßiger Mundhygiene nach der Implantattherapie haben ein erhöhtes Risiko für eine Periimplantitis“, führt Schwarz aus. Er ergänzt: „Wichtig sind auch regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt und professionelle Zahnreinigungen, deren Häufigkeit dem individuellen Risiko des Patienten angepasst wird.“ Problematisch sind nach Expertenmeinung dabei ungünstig positionierte Implantate, da sie häusliche Zahnpflege und ärztliche Nachsorge erschweren.

Quelle: DGI

| Von: Miriam Knauer Bildrechte:YanLev/Shutterstock.com
Gegen zu viel Lärm sind Ohrstöpsel eine einfache Lösung.

Herz aus dem Takt

Lärm als Risiko für Vorhofflimmern

Mainzer Wissenschaftler prüften in einer Studie den Zusammenhang zwischen Lärmbelästigung und dem Auftreten von Vorhofflimmern. Die Häufigkeit der Erkrankung nahm stark zu, insbesondere bei nächtlichem Lärm.

Häufiger Vorhofflimmern bei Lärmbelästigung

In einer Gesundheitsstudie untersuchten Forscher des Zentrums für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz die Auswirkungen von Lärmbelästigung auf den Herzrhythmus. Die über 15.000 Teilnehmer im Alter von 35 bis 74 Jahren stammten aus Mainz und Umgebung. Sie schätzten mithilfe eines Fragebogens ein, wie stark sie sich in den letzten Jahren tagsüber und nachts durch Lärm belästigt fühlten. Als Lärmquellen standen den Probanden Straßen-, Schienen-, Bau- und Gewerbe-, Nachbarschafts- sowie Fluglärm zur Auswahl. Die Diagnose Vorhofflimmern stellten die Wissenschaftler über die Krankengschichte und ein Elektrokardiogramm.

Ohne Lärmbelästigung trat Vorhofflimmern mit einer Häufigkeit von 15 Prozent bei den Teilnehmern auf. Bei extremer Lärmbelästigung stieg die Häufigkeit auf bis zu 23 Prozent. Den mit Abstand größten Anteil an Lärmbelästigung hatte – sowohl tagsüber als auch in der Nacht – der Fluglärm. „Die Studienergebnisse zeigen erstmals auf, dass Lärmbelästigung durch verschiedene Quellen am Tag und beim Nachtschlaf mit einem erhöhten Risiko für Vorhofflimmern assoziiert ist“, fasst Studienleiter Omar Hahad zusammen. Er ergänzt: „Insgesamt konnten wir hierbei einen stärkeren Einfluss der nächtlichen Lärmbelästigung auf den Herzrhythmus beobachten.“

Belastung trotz Nachflugverbot

Die Studie erfasste außerdem den Einfluss des Nachtflugverbots auf die Fluglärmbelästigung. Am Flughafen Frankfurt am Main gilt das Verbot seit 2011 zwischen 23 und 5 Uhr. „Interessanterweise gab es einen signifikanten Anstieg der Fluglärmbelästigung nach Einführung des Nachtflugverbots und das sowohl am Tag als auch beim Nachtschlaf“, berichtet Studienautor Prof. Thomas Münzel. Als Erklärung nennt er die Verschiebung der Flugbewegungen auf die Randstunden vor und nach dem Zeitraum des Flugverbots. Eine konkrete Verbesserung sieht Münzel in der Ausweitung des Flugverbots auf den gesetzlich definierten Nachtzeitraum von 22 bis 6 Uhr.

Quelle: Berufsverband Deutscher Internisten e. V.

| Von: Miriam Knauer Bildrechte:Thermchai/Shutterstock.com
Bereits im Mund beginnt unser Immunsystem, Keime zu bekämpfen.

Abwehr beginnt im Mund

Schärfe und Säure wehren Keime ab

Münchner Forscher untersuchten in einer Studie die Auswirkung von Geschmacksstoffen auf die Immunabwehr im Speichel. Zitronensäure und die Schärfe des Ingwers aktivierten Eiweiße, die Pilze und Bakterien abwehren.

Untersuchung der Speichelzusammensetzung

Die Forscher von der Technischen Universität München stellten sich die Frage, welchen Einfluss verschiedene Geschmacksstoffe aus der Nahrung auf die Zusammensetzung des Speichels im Mund haben. Die getesteten Geschmacksstoffe waren Zitronensäure (sauer), Kochsalz (salzig), der Geschmacksverstärker Glutamat (umami oder würzig), der Süßstoff Aspartam (süß), Gingerol aus der Ingwerwurzel (scharf) und zwei Substanzen aus dem Szechuanpfeffer (kribbelnd und betäubend). Nach der Stimulation nahmen die Forscher frische Speichelproben und bestimmten Art und Menge der enthaltenen Eiweiße (Proteine).

Proteine gegen Wachstum von Bakterien und Pilzen

Der scharfe Inhaltsstoff aus dem Ingwer regte die Aktivität eines Poteins an, was zu einer dreifach höheren Menge der Verbindung Hypothiocyanat führte. Hypothiocyanat blockiert das Wachstum von Bakterien und Pilzen, indem es in ihren Stoffwechsel eingreift. Nach Gabe von Zitronensäure verzehnfachte sich die Menge an antibakteriellem Lysozym im Speichel. Lysozym ist in der Lage, die Zellwand vieler Bakterien zu zerstören.

„Unsere neuen Erkenntnisse zeigen, dass geschmacksgebende Stoffe bereits im Mundraum biologische Wirkungen besitzen, die weit über ihre bekannten sensorischen Eigenschaften hinausgehen", erläutert Prof. Thomas Hofmann vom Lehrstuhl für Lebensmittelchemie.

Quelle: Ärztezeitung

| Von: Simone Lang Bildrechte:Kotin/Shutterstock.com
Schlaflosigkeit kann zu einer großen Belastung bei den Betroffenen führen.

Schlaflos durch die Nacht

Schlafstörung meist nur geträumt

Von den Betroffenen werden Schlafstörungen als belastend und hinderlich im Alltag wahrgenommen. Freiburger Forscher fanden nun heraus: Oft finden die schlaflosen Nächte nur im Traum statt.

Untersuchung im Schlaflabor

Müde, abgeschlagen und weniger leistungsfähig – so beschreiben Menschen, die von Schlaflosigkeit betroffen sind, ihr Befinden. Der Leidensdruck ist hoch, aber ein Messinstrument für Schlaflosigkeit gibt es bisher nicht. Prof. Bernd Feige, Forschungsgruppenleiter an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg erläutert: „Die meisten Patienten, die eine stark ausgeprägte Schlaflosigkeit schildern, schlafen im Schlaflabor rund 80 Prozent des normalen Pensums“. Eine mögliche Erklärung für die Diskrepanz zwischen subjektiv wahrgenommener Schlaflosigkeit und objektiv gemessener Schlafdauer lieferte die Untersuchung von Feige und seinem Team im Schlaflabor an 27 Gesunden und 27 Probanden mit schweren Schlafstörungen.

Schlafstörung oft nur im Traum

Nach einer mehrtägigen Eingewöhnungszeit weckten die Forscher die Studienteilnehmer mit einem Signalton in ihrer Traumphase, die sich durch schnelle Augenbewegungen hinter geschlossenen Lidern auszeichnet und auch REM-Phase (rapid eye movement) genannt wird. Sobald die Probanden wach waren, mussten sie auf die Frage antworten: „Haben Sie gerade geschlafen oder waren Sie wach?“ Feige resümiert: „Obwohl alle Probanden aus dem Traumschlaf geweckt wurden, war sich jeder sechste Proband mit Schlafproblemen sicher, wachgelegen zu haben.“ Die gesunden Probanden meinten fast immer, dass sie gerade geschlafen hatten. Befragt nach ihren Träumen kurz vor dem Signalton, berichteten die vermeintlich wach gelegenen Teilnehmer von quälenden Gedanken über die Tatsache, nicht schlafen zu können. „Offensichtlich bauen manche Menschen die Sorge vor einer Schlafstörung in ihre Träume ein. Sie träumen also nur von einer Schlafstörung“, erläutert Feige.

„Ganz wichtig ist: Für die Belastung der Patienten macht es keinen Unterschied, ob die Schlafstörung objektiv messbar oder nur im Traum vorhanden ist“, hebt Studienleiter Prof. Dieter Riemann hervor. „Schlaflosigkeit kann eine schwere Krankheit sein und das Risiko für andere schwere Krankheiten erhöhen, etwa Depression oder Schlaganfall.“ Nach Riemann versagen die leistungsorientierten, planenden Strategien des Alltags im Schlaf. „Schlaf kommt, wenn man sich von Erwartungen löst.“

Quelle: Ärztezeitung

| Von: Simone Lang Bildrechte:Stock-Asso/Shutterstock.com
Die Entfernung eines Tattoos per Laser ist nicht immer vollständig möglich.

Tattoos: Schönheitsideal mit Risiko

Laserentfernung mit mäßigem Erfolg

Dermatologen sind sich einig: Tätowieren und das Entfernen von Tattoos per Laser birgt Risiken, die bisher nicht vollständig erforscht sind. Die Schädlichkeit hängt von Art und Herkunft der Farben ab.

Komplikationen bei jeder 4. Tätowierung

„Wer sich tätowieren lässt, nimmt Risiken in Kauf, die zum Teil noch gar nicht näher erforscht sind“, lautet die aktuelle Stellungnahme von Experten der Gesellschaft für Dermatochirurgie anlässlich ihrer Strategiesitzung im Juni. Sie warnen vor knotigen Hautveränderungen und allergischen Reaktionen als möglichen Langzeitfolgen. Laut Jörg Laske von der Klinik und Poliklinik für Dermatologie des Universitätsklinikums Dresden gehen insbesondere vom roten Tätowierfarbstoff erhebliche Probleme aus. Zwar gebe es seit 2009 eine Tätowiermittelverordnung mit einer Negativliste, aber viele Tätowierer setzen laut den Experten Farben aus Asien und Amerika ein, deren Zusammensetzung oft unbekannt sei. Bei etwa 27 Prozent der Tätowierungen kommt es Schätzungen zufolge zu Komplikationen.

Giftige Verbindungen durch Laserlicht

Das Entfernen von Tattoos mit Hilfe von Laserbehandlungen erklären die dermatologischen Experten folgendermaßen: „Die Pigmentartikel in der Haut zerplatzen durch Einwirken hoher Temperaturen in kleinste Einzelteile und werden anschließend über das Lymphsystem abtransportiert.“ Laske ergänzt: „Am leichtesten zu entfernen ist der schwarze Farbstoff, weil die dunklen Farben am meisten Energie absorbieren.“ Demgegenüber stehen die Farben Blau, Grün und Rot: „Da braucht es mehrere Sitzungen und trotzdem bleiben oft Reste zurück.“ Für die Laserbestrahlung des Blaupigments hat das Bundesamt für Risikobewertung beispielsweise die Entstehung der giftigen Verbindungen Blausäure und Benzol nachgewiesen.

Quelle: Berufsverband Deutscher Internisten e. V.

| Von: Simone Lang Bildrechte:damiangretka/Shutterstock.com
Das Fahren von Elektroautos ist auch für Menschen mit Herzschrittmachern oder Defibrillatoren problemlos möglich.

Elektroauto mit Herzschrittmacher?

Keine Gefahr für Patienten

Eine Studie des Deutschen Herzzentrums München ergab, dass Träger von Herzschrittmachern oder Defibrillatoren die derzeitigen Elektroautos gefahrlos fahren können.

Münchner Studie an Patienten mit implantierten elektrischen Herzgeräten

Herzschrittmacher und Defibrillatoren regulieren bei Patienten mit Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen die Herzfunktion. Diese implantierten elektrischen Herzgeräte sind anfällig für elektromagnetische Felder von außen, wie sie möglicherweise durch Elektroautos auftreten. „Wir wollten eine sichere Datengrundlage für Menschen mit Herzschrittmachern und Defibrillatoren schaffen, vor allem um unnötige Restriktionen zu vermeiden“, erläutert Carsten Lennerz, Wissenschaftler am Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) in München das Studienziel. Er überprüfte, welche Auswirkungen die elektromagnetischen Felder von Elektroautos auf die implantierten Herzgeräte der Patienten hatten. Bei den Teilnehmern zeichnete ein Elektrokardiogramm (EKG) die Funktion der implantierten Herzgeräte während der Fahrt auf. Die Untersuchung an 108 Trägern von Herzschrittmachern oder Defibrillatoren ergab keinen Hinweis auf eine veränderte Funktion der implantierten elektrischen Geräte durch das Fahren eines Elektroautos. Die Forscher setzten bei den Tests Automodelle von vier Herstellern ein.

Heikler Moment: das Aufladen des Elektroautos

Die Forscher befürchteten, dass Herzschrittmacher aussetzten, weil sie vorgetäuschte Herzschläge registrierten oder dass Defibrillatoren eine Schocktherapie auslösten, weil das elektrische Feld als Kammerflimmern fehlinterpretiert wurde. Diese Komplikationen bestätigten sich in keinem Fall.

Wenn die Teilnehmer die Elektroautos aufluden, maßen Lennerz und sein Team die stärksten elektrischen Felder. „Die Autos sind innen so ausgestattet, dass die Insassen gut abgeschirmt sind. Deshalb ist das Aufladen der kritischere Moment“, bewertet Lennerz die Ergebnisse. Auch beim Aufladen traten keine Wechselwirkungen mit den Herzgeräten auf. Mit den derzeitigen Modellen können laut Lennerz auch Patienten mit Herzschrittmachern und Defibrillatoren Elektroautos ohne Angst benutzen.

Quelle: DZHK

| Von: Simone Lang Bildrechte:marvellousworld/Shutterstock.com
Die Reiseapotheke: Für den Fall der Fälle.

Rund ums Thema Reiseapotheke

Gut vorbereitet in den Urlaub

Wenn einer eine Reise macht, dann wird er was erleben. Damit der lang ersehnte Urlaub keine bösen Überraschungen für Sie bereithält, denken Sie am besten frühzeitig an die Zusammenstellung Ihrer Reiseapotheke. Genauso individuell wie Ihre Ferien ist auch der Inhalt Ihrer Reiseapotheke. Was auf jeden Fall in den Koffer gehört und welche einfachen Regeln Ihnen zu einem entspannten Urlaub verhelfen.

Dürfen nie fehlen: Mittel gegen Fieber & Schmerzen

Schnell ist es passiert: Sie bekommen Zugluft bei der Busfahrt ab oder schlafen auf ungewohnten Matratzen: Lassen Sie sich von Kopf- oder Nackenschmerzen nicht den Urlaubstag verderben! Gegen Fieber und Schmerzen sind Medikamente mit dem Wirkstoff Ibuprofen die Mittel der Wahl, als Filmtabletten (zum Beispiel Ibubeta® akut) oder als Schmelztabletten zum Lutschen (zum Beispiel Nurofen® Schmelztabletten Lemon ab sechs Jahren). Auch stillende Mütter und Kinder ab einem Körpergewicht von 5 Kilogramm dürfen Ibuprofen einnehmen. Wenn Sie mit Säuglingen oder Kleinkindern auf Reisen gehen, haben Sie die Wahl zwischen einem Saft oder Zäpfchen (zum Beispiel Nurofen® Junior 60 mg). Bewahren Sie Säfte und Zäpfchen unter 25 Grad auf, sonst verlieren sie ihre Wirksamkeit. Für Schwangere sind Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Paracetamol empfohlen.

Hinweis: Denken Sie bei Flugreisen daran, dass nur Flüssigkeiten bis 100 Milliliter im Handgepäck erlaubt sind.

Wenn man zu oft muss: Durchfall

Sie haben einige Möglichkeiten, damit es gar nicht erst zum unangenehmen Durchfall kommt: Waschen Sie sich vor jeder Mahlzeit und nach jedem Gang zur Toilette gründlich die Hände. Bevorzugen Sie Speisen, die gekocht wurden oder die Sie schälen können.

Erwischt Sie trotz aller Vorsicht Montezumas Rache, ist es wichtig, dass Sie den Verlust an Flüssigkeit und Mineralien schnell wieder ausgleichen. Elektrolytersatz-Präparate wie zum Beispiel Oralpädon® oder Elotrans® gehören unbedingt in Ihre Reiseapotheke. Denn nicht immer ist eine Brühe oder ein Tee auf Reisen greifbar.

Bei stark erhöhter Stuhlfrequenz ohne weitere Komplikationen stehen Präparate mit dem Wirkstoff Loperamid in vielen Darreichungsformen bereit: als Hartkapseln, Tabletten, Brause- Schmelztabletten und als Lösung. Loperamid ist ab einem Alter von 2 Jahren zugelassen. Erwachsenen stehen zusätzlich Mittel mit dem Wirkstoff Racecadotril (zum Beispiel Vaprino®) zur Verfügung.

Tipp: Packen Sie für den Fall, dass unterwegs keine Seife zur Verfügung steht, eine kleine Flasche Waschgel mit in Ihre Tasche.

Nicht nur bei Schiffsreisen wichtig: Arzneimittel gegen Übelkeit & Erbrechen

Medikamente aus der Gruppe der Antiemetika helfen gegen starkes Erbrechen auf Grund einer Magenschleimhautentzündung und auch gegen Reiseübelkeit, wie sie bei Autofahrten oder Schiffsreisen auftreten kann. Gängige Präparate sind zum Beispiel Vomex® und Superpep® Reise-Kaugummis. Einen Nachteil haben die meisten Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen: Sie machen müde. Planen Sie also ausreichend Pausen für Ihre Fahrt ein.

Tipp: Einige Verhaltensregeln helfen Ihnen und den Mitreisenden auf der Rückbank im Auto, dass kein Unwohlsein entsteht: Während der Fahrt nicht lesen – auch keine Straßenkarte –, am besten in Fahrtrichtung sitzen und nach draußen blicken. Das lenkt ab und Ihr Gleichgewichtsorgan kommt nicht durcheinander.

Hilfe gegen fliegende Plagegeister: Mückenschutz

Am wirksamsten beugen Sie Insektenstichen mit einem konsequenten und sorgfältig aufgetragenen Mückenschutz vor. Stiche sind nicht nur lästig und jucken, Mücken und Fliegen übertragen in manchen Ländern auch gefährliche Infektionskrankheiten. Besonders wirksam gegen die Malaria-übertragende Anophelesmücke sind Präparate mit dem Wirkstoff DEET, der zum Beispiel in Nobite® und Anti Brumm® forte enthalten ist.

Icaridin-haltige Mückenschutzmittel sind für Reisen in unseren Breitengraden sinnvoll, da diese Präparate die Haut weniger reizen. Beide Wirkstoffe wirken zusätzlich gegen Zecken, so dass Sie kein weiteres Schutzspray benötigen.

Tipp: Säuglinge schützen Sie am besten mit einem Moskitonetz und lockerer, heller Bekleidung, die Arme und Beine bedeckt.

Sonnenschutz mit Hut und Creme

Wählen Sie Ihren Sonnenschutz entsprechend dem Reiseziel und Ihrem Hauttyp aus. Achten Sie dabei auf den aufgedruckten Lichtschutzfaktor. Auch dürfen Sie nicht vergessen, eine passende Kopfbedeckung, eine Sonnenbrille mit UV-Schutzzeichen sowie lockere Kleidung in den Koffer zu packen.

Tipp: In Ihrer Apotheke berät man Sie, welche Sonnenschutz-Produkte zu Ihrem Hauttyp passen.

Vorbeugen ist besser als behandeln

Lassen Sie regelmäßig Ihre Impfungen vom Hausarzt überprüfen und frischen Sie den Impfschutz eventuell auf. Je nach Reiseziel kann eine zusätzliche Impfung gegen bestimmte Infektionskrankheiten wie Gelbfieber oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sinnvoll sein.

Tipp: Das Robert Koch-Institut bietet auf seiner Webseite Informationen zu den aktuellen Impfempfehlungen. Hinweise zu besonderen gesundheitlichen Risiken wie zum Beispiel dem brasilianischen Zika-Virus sowie Sicherheitswarnungen erhalten Sie auf den Seiten des Auswärtigen Amts.

Quelle: Dr. Karin Schmiedel: Das muss mit, DAZ, Ausgabe 12/2017.

Eine hilfreiche Checkliste für Ihre Reiseapotheke stellt die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände zur Verfügung.

| Von: Simone Lang Bildrechte:Antonio Guillem/Shutterstock.com
Chronsich-entzündliche Darmerkrankungen sind mit starken Bauchschmerzen verbunden.

Chronische Darmerkrankungen

Therapietreue entscheidet über Erfolg

Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen profitieren von einer korrekten Medikamenteneinnahme und erleiden weniger Rückfälle. Grundlage ist, dass Betroffene gut informiert sind über Anwendung und Nebenwirkungen der Arzneimittel.

Informierte Patienten seltener in der Notaufnahme

Die häufigsten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen in Deutschland sind Colitis ulzerosa und Morbus Crohn. Bei diesen Erkrankungen leiden die Patienten unter starken Bauchkrämpfen und blutigem Durchfall. Nehmen die Betroffenen ihre Medikamente wie vorgesehen ein, erleiden sie weniger Rückfälle und suchen seltener Ambulanzen und Kliniken auf. Der Gastroenterologe Prof. Thomas Weinke sieht die Apotheken beim Vermitteln der richtigen Medikamenteneinnahme in einer Schlüsselstellung: „Die Beratung in der Apotheke trägt dazu bei, dass Patienten ihre Arzneimittel korrekt anwenden und auch mit Nebenwirkungen richtig umgehen. Deshalb ist es wichtig, dass Apotheker gleichermaßen über den Nutzen und die Risiken informieren.“

Beratung zur Arzneianwendung ist besondere Herausforderung

Kortisonpräparate helfen schnell bei akuten Beschwerden, sind aber auf Grund ihrer Nebenwirkungen wie starker Gewichtszunahme und Muskelschwund nicht für eine Dauertherapie geeignet. Der Patient darf kortisonhaltige Medikamente auch nicht plötzlich absetzen, sondern er muss die Dosis schrittweise über Wochen reduzieren.

Viele Medikamente wirken gut gegen chronische Darmentzündungen, indem sie die Immunabwehr verringern. Leidet der Patient während der Therapie unter einer Erkältung oder einem anderen Infekt, muss er einen Arzt aufsuchen. Auch Reisen ins Ausland können Infektionsrisiken bergen.

Neben einer Medikamenteneinnahme ist auch die örtliche Anwendung von Schäumen und anderen Produkten im Dickdarm möglich. „Arzneimittel lokal im Darm anzuwenden hat weniger Nebenwirkungen, ist aber oft noch ein Tabu. Dennoch sollten sich Patienten das demonstrieren lassen. Die Möglichkeit einer diskreten Beratung gibt es in jeder Apotheke“, erläutert Weinke.

Quelle: ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände

| Von: Simone Lang Bildrechte:PannrayS/Shutterstock.com